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Das Rennen um die Hofburg beginnt: Wer wird Österreichs nächstes Staatsoberhaupt?

Österreich sucht 2028 ein neues Staatsoberhaupt.
Österreich sucht 2028 ein neues Staatsoberhaupt. ©APA/AFP/Canva (Symbolbild)
Österreich steht vor einem Wechsel an der Staatsspitze. Die zweite Amtszeit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist zur Hälfte vorüber, ein weiterer Antritt ist verfassungsrechtlich ausgeschlossen. Damit nimmt die Diskussion über mögliche Nachfolger bereits deutlich Fahrt auf.

Am 26. Jänner 2029 endet die Amtszeit des amtierenden Bundespräsidenten. Nach insgesamt zwölf Jahren an der Spitze des Staates darf Van der Bellen nicht noch einmal kandidieren, da eine unmittelbare Wiederwahl nur einmal zulässig ist. Schon seit Längerem wird darüber spekuliert, wer ihm in der Hofburg nachfolgen könnte.

Erster Interessent meldet sich zu Wort

Als erster Politiker hat sich nun der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) mit konkreten Überlegungen zur Bundespräsidentenwahl 2028 zu Wort gemeldet. Seit der Veröffentlichung seiner Gedanken am Dienstagabend habe er zahlreiche Anrufe und Nachrichten aus allen politischen Lagern erhalten, erklärte Niessl am Mittwoch gegenüber der APA. Inhaltlich sprach er sich bereits für eine Verlängerung der Wehrpflicht aus.

Der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl äußert Überlegungen zu einer Kandidatur 2028.

"Ich bin sehr häufig darauf angesprochen worden, interessanterweise von Vertretern und Sympathisanten aller politischen Parteien", sagte Niessl. Die breite Resonanz habe ihn dazu bewogen, eine Kandidatur ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Ein Bundespräsident müsse zu allen demokratisch gewählten Parteiobmännern eine Gesprächsbasis haben. Als Präsident der Bundessportorganisation habe er gezeigt, dass er überparteilich agieren könne, betonte Niessl.

Zurückhaltende Reaktion der SPÖ

Entsprechend zurückhaltend reagierte die SPÖ-Bundespartei auf Niessls Überlegungen. Man nehme seine Aussagen "mit Interesse zur Kenntnis", hieß es. Die Entscheidung darüber, welche Kandidatin oder welcher Kandidat letztlich nominiert werde, liege bei den zuständigen Parteigremien.

Fix ist bereits jetzt: 2028 dürfte der Urnengang offener werden als noch 2022. Damals galt Van der Bellen als gesetzt, weshalb ÖVP, SPÖ und Neos auf eigene Kandidaturen verzichteten. Lediglich die FPÖ trat mit Walter Rosenkranz an. In drei Jahren dürften die Karten neu gemischt werden.

FPÖ kündigt eigenen Kandidaten an

Dass die Freiheitlichen erneut mit einem eigenen Kandidaten antreten werden, gilt als sicher. Parteichef Herbert Kickl hatte bereits im Herbst erklärt: "Diesmal werden die Karten ganz neu gemischt, und ich glaube, wir werden einen Joker ausspielen." Wen er damit meint, ließ Kickl offen. "Nein, ich nenne jetzt keine Namen."

Nicht ausgeschlossen ist ein weiterer Anlauf von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz. Auch eine Kandidatur von Susanne Fürst gilt als denkbar. Norbert Hofer befasst sich nach eigenen Angaben derzeit "überhaupt nicht" mit einer neuerlichen Kandidatur. "In der Politik kann man nicht so weit in die Zukunft blicken, aber es steht nicht auf meiner To-do-Liste", ließ er wissen.

Offene Fragen bei ÖVP, SPÖ, Neos und Grünen

In der ÖVP zeichnet sich bislang kein klarer Favorit ab. Zuletzt wurde der Name Wilfried Haslauer genannt, der eine Kandidatur jedoch ausgeschlossen hat. Als möglicher Bewerber gilt auch der frühere EU-Abgeordnete Othmar Karas. Eine Kandidatur als Unabhängiger wollte er jedoch nicht kommentieren. "Niemand weiß, was in drei Jahren ist", sagte Karas gegenüber dem "STANDARD".

In der SPÖ werden unter anderem Doris Bures und Peter Kaiser genannt. Bei Neos und Grünen ist offen, ob eigene Kandidaten ins Rennen geschickt oder parteiunabhängige Persönlichkeiten unterstützt werden. Als mögliche Kandidatin wurde erneut Irmgard Griss genannt, die jedoch bereits erklärt hat, sich keinen weiteren Wahlkampf mehr antun zu wollen. Auch der frühere Bundespräsident Heinz Fischer schloss eine Rückkehr aus. "Ich kann mir das aber nicht vorstellen und ich werde das auch nicht tun – das ist eine klare Sache", sagte der 86-Jährige.

Matthias Strolz vielleicht?

Der Neos-Gründer Matthias Strolz wird ebenfalls als möglicher Kandidat genannt. Erst kürzlich habe er zwei Geschäftsführungen übernommen und befinde sich "wieder in einer Gründerrolle", sagte Strolz im Gespräch mit dem "STANDARD". Darauf liege derzeit "sein Fokus". Ob das auch in zwei Jahren noch gelte, beantwortete er mit: "Aus heutiger Sicht ja."

(VOL.AT)

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