Wenn am Donnerstag um 17 Uhr in der Sun Minimeal Arena Austria Lustenau auf den SKU Amstetten trifft, ist es für einen Mann kein gewöhnliches Auswärtsspiel. Thomas Mayer kehrt an jene Wirkungsstätte zurück, an der er eines der emotionalsten Jahre seiner Karriere erlebt hat.
35 Spiele im grün-weißen Trikot, sieben Tore, 16 Assists und der Einzug ins ÖFB-Cup-Finale gegen Red Bull Salzburg: Die Saison 2019/20 ist dem 30-jährigen Linzer bis heute in besonderer Erinnerung geblieben.
Einzigartiges Flair
"Es war eine richtig schöne Zeit, vermutlich das schönste Jahr meiner Karriere", sagt Mayer rückblickend. Besonders der Cup-Lauf mit dem Finale gegen Salzburg sei "das große Highlight" gewesen. Die Verbindung in die Stickergemeinde ist nie abgerissen, nicht nur sportlich, auch menschlich.
"Der Flair hier ist einzigartig. Ich komme immer wieder gerne zurück", erzählt Mayer. Im Dezember gründete er gemeinsam mit Claudius Kuvi die Fußballschule Elite-Fit OG, bisher mit Standorten in Salzburg und Oberösterreich. Langfristig könnte auch das Ländle dazukommen. "Das würde mich schon reizen."
Wiedersehen mit alten Bekannten
Noch heute steht Mayer im Austausch mit ehemaligen Weggefährten. Mit Pius Grabher ist er "extrem viel" in Kontakt, auch zu Domenik Schierl und Sportvorstand Valentin Drexel bestehen Verbindungen. Vor dem Spiel der Austria in Salzburg schrieb Mayer noch an Grabher: "Bitte gewinnt die Partie." Nach dem 2:2 blieb das Handy erst einmal stumm. "Es herrscht Funkstille", schmunzelt Mayer.
Nun also die Rückkehr, als Spieler des SKU Amstetten. Für den Routinier kein Spiel wie jedes andere. "Ganz ehrlich: Ich hätte mir gewünscht, dass sie es schon in Salzburg schaffen", gibt er offen zu. "Dann wären wir jetzt nicht mehr in dieser Rolle."
Doch bei aller Verbundenheit endet die Sentimentalität mit dem Anpfiff. "Wir sind alle Profis. Die Zielsetzung ist klar: Wir wollen das Spiel gewinnen und werden alles geben."
Sportlich ist die Ausgangslage klar. Die Grün-Weißen können vor eigenem Publikum den Aufstieg in die Bundesliga fixieren, Amstetten geht ohne Druck in die Partie. An Motivation fehlt es den Niederösterreichern dennoch nicht.
Trainer Patrick Enengl verlässt den Verein mit Saisonende, die Mannschaft will ihm einen würdigen Abschluss bereiten. Dazu kommt die Kulisse. "Vor einem ausverkauften Haus zu spielen, motiviert vielleicht noch mehr als sonst", sagt Mayer.
Die Chance zum Partycrasher
Gerade diese Ausgangslage könne Amstetten gefährlich machen. "Wir haben eine gute Mischung aus jungen Wilden und erfahrenen Spielern", meint Mayer. Gleichzeitig weiß er, was auf die Austria zukommt. "So eine Chance auf den Aufstieg kann auch hemmen. Wenn der Spielverlauf aber für sie läuft, kann das Stadion natürlich ein riesiger Push sein."
Mayer kennt dieses Gefühl. 2024 stieg er mit dem GAK auf, gemeinsam mit Lenn Jastremski, der heute in Lustenau spielt. "Ich weiß, wie sie sich aktuell fühlen", sagt er. Die Saison der Grün-Weißen hat er genau verfolgt. "Sie haben sich still und heimlich oben festgesetzt und ihre Spiele gewonnen.
Für mich haben sie den größten und besten Kader, gerade in der Breite." Dazu kämen Freigeister und ein offensiver Spielstil. "Man hatte über die Saison den Eindruck, dass sie immer ein bisschen gieriger auf den Sieg waren."
Auch Trainer Markus Mader sieht Mayer als wichtigen Faktor. "Er passt perfekt zur Austria und weiß, wie er mit den Spielern umgehen muss." Deshalb gönnt er den Grün-Weißen den Aufstieg von Herzen: "Mein Wunsch wäre: Wir gewinnen, und Lustenau darf trotzdem über den Aufstieg jubeln."
(VOL.AT)