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Demenz bald heilbar? – Forscher machen Millionen Menschen Hoffnung

Demenz galt lange als unheilbar. Nun sprechen britische Forscher erstmals von realistischen Chancen auf eine Heilung.
Demenz galt lange als unheilbar. Nun sprechen britische Forscher erstmals von realistischen Chancen auf eine Heilung. ©APA/ZB/Jens Kalaene
Demenz galt lange als unheilbar. Nun sprechen britische Forscher erstmals von realistischen Chancen auf eine Heilung – vielleicht schon innerhalb der nächsten zehn Jahre. Eine neue Sichtweise auf die Krankheit könnte den Weg ebnen.

Bisher war die Diagnose Demenz ein Schicksal – unumkehrbar, oft mit schmerzhaftem Verlauf für Betroffene und Angehörige. Medikamente konnten bestenfalls Symptome lindern, aber nicht den Krankheitsverlauf aufhalten. Doch nun zeichnet sich ein Wandel ab.

Britische Wissenschafter, unter anderem von der Universität Edinburgh, haben in der BBC-Sendung "Today" eine bemerkenswerte Neubewertung der Krankheit vorgestellt. Demnach wird Demenz nicht mehr bloß als unvermeidliche Alterserscheinung betrachtet, sondern als behandelbare Krankheit. Das Ziel: verhindern, stoppen – vielleicht sogar heilen.

Ein Paradigmenwechsel

Clare Durrant, Medizinerin und Alzheimer-Forscherin an der Universität Edinburgh, spricht von einem "realistischen Hoffnungsschimmer". Die Krankheit sei kein unausweichlicher Teil des Alterns: "Die uns derzeit vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es sich um eine Krankheit handelt, und wir wissen aus der Vergangenheit, dass Krankheiten heilbar sind", erklärte sie im BBC-Beitrag.

Durrant forscht seit Jahren an den Auswirkungen der Alzheimer-Erkrankung auf die Synapsen im Gehirn. In seltenen Fällen gelangte sie an sehr frisches Hirngewebe verstorbener Patienten – ein entscheidender Vorteil für ihre Analysen. Die Erkenntnisse daraus stimmen sie optimistisch.

Fortschritte dank Forschungsgeldern

Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen spielt auch ein anderer Faktor eine entscheidende Rolle: Geld. Laut Durrant ist das weltweite Interesse an der Heilung von Demenz so groß wie nie zuvor. Forschungseinrichtungen erhalten zunehmend Fördermittel, neue Medikamente und Therapieansätze entstehen.

"Vielleicht finden wir eines Tages Beweise dafür, dass Alzheimer ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins ist", so Durrant weiter. "Aber im Moment sehe ich diese Beweise nicht."

Zahlen, die aufhorchen lassen

Allein in Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzdiagnose – die meisten davon mit Alzheimer. Die demografische Entwicklung lässt nichts Gutes vermuten: Bis 2050 könnte die Zahl auf 2,7 Millionen steigen. Weltweit sind es heute laut WHO rund 55 Millionen Betroffene.

Bisher beschränkten sich Therapien meist auf das Verlangsamen des Krankheitsverlaufs. Die Idee einer tatsächlichen Heilung war lange Zeit kaum mehr als ein ferner Wunsch. Nun könnte dieser Wunsch erstmals eine wissenschaftliche Grundlage haben.

(VOL.AT)

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