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Die Schilddrüse – unterschätzte Schaltzentrale in den Wechseljahren

Hormone in Aufruhr? Warum Frauen ihre Schilddrüsenwerte kennen sollten.
Hormone in Aufruhr? Warum Frauen ihre Schilddrüsenwerte kennen sollten. ©CANVA
Viele Beschwerden, eine Ursache? Die Schilddrüse spielt in den Wechseljahren eine entscheidendere Rolle, als viele Frauen ahnen. Das betont auch Ärztin Nicole Weirich im ORF-Podcast "Heiter bis wechselhaft".

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, das sich schützend um die Luftröhre schmiegt – und doch hat sie das Potenzial, unser gesamtes Wohlbefinden zu beeinflussen. Gerade in den Wechseljahren, wenn der Hormonhaushalt ohnehin ins Wanken gerät, gerät die Schilddrüse oft ins Kreuzfeuer der Beschwerden.

Dr. Nicole Weirich, Urologin und ausgewiesene Spezialistin für Wechseljahre, formuliert es im ORF-Podcast klar: "Die Schilddrüse macht unsere Aktivität, also wie gut wir drauf sind und wie viel Energie wir haben."

Stimmung, Energie, Stoffwechsel – alles hängt zusammen

Die hormonellen Umstellungen der Perimenopause wirken sich direkt auf die Schilddrüse aus – und umgekehrt. Energielevel, Stimmung, Stoffwechsel, Haut, Haare, sogar das Herz-Kreislauf-System können betroffen sein. Typische Beschwerden wie Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen oder Konzentrationsschwierigkeiten sind nicht immer allein auf sinkende Östrogenspiegel zurückzuführen – oft ist auch die Schilddrüse mitbeteiligt.

"Die Wechseljahre bringen das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht – und die Schilddrüse steht dabei im Zentrum", sagt Weirich.

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"Lasst euch nicht mit dem TSH abspeisen"

Ein zentrales Problem in der Diagnose: Allzu oft wird nur der sogenannte TSH-Wert gemessen, das Steuerhormon der Schilddrüse. Doch das reicht laut Weirich nicht. "Lasst euch nicht mit dem TSH-Wert abspeisen", warnt sie. Dieser Wert sage wenig darüber aus, wie aktiv die Schilddrüse tatsächlich arbeitet.

Erst die Kombination aus TSH, den tatsächlichen Schilddrüsenhormonen (wie fT3 und fT4), den Geschlechtshormonen, dem Lebensstil und möglichen Nährstoffdefiziten zeichne ein vollständiges Bild. Wer sich nur auf einen Laborwert verlässt, tappt womöglich jahrelang im Dunkeln.

Frauen häufiger betroffen – aus gutem Grund

Dass Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen deutlich häufiger auftreten als bei Männern, ist für Mediziner:innen kein Zufall. "Die Schilddrüse ist ein Frauenthema", stellt auch der Wiener Hormonexperte Johannes Huber klar.

Das weibliche Hormonsystem ist eng mit der Funktion der Schilddrüse verknüpft. Jede Veränderung – ob im Zyklus, in der Schwangerschaft oder eben in den Wechseljahren – wirkt sich auf dieses fein abgestimmte System aus.

Die psychische Komponente

Nicht zuletzt spielt auch die Psyche eine Rolle. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann Reizbarkeit und tiefe Niedergeschlagenheit hervorrufen – Symptome, die leicht als rein psychisch fehlgedeutet werden. Doch wie Weirich betont: "Nur wenn Diagnose, Nährstoffe, Hormonspiegel und Lebensstil zusammengedacht werden, kann sich der Körper wieder stabilisieren."

Faktenblock: Schilddrüse in den Wechseljahren

  • Lage: Schmetterlingsförmig, vor der Luftröhre im Hals
  • Funktion: Reguliert Stoffwechsel, Energie, Temperatur, Herz, Haut, Haare
  • Typische Symptome bei Störung: Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Gewichtsschwankungen, Konzentrationsstörungen
  • Diagnose: TSH allein reicht nicht – wichtig sind auch fT3, fT4, Antikörper und Nährstoffstatus
  • Frauen besonders betroffen: Durch enge Verknüpfung mit dem weiblichen Hormonsystem
  • Empfehlung: Ganzheitlicher Blick bei Beschwerden in den Wechseljahren

(VOL.AT)

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