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Diese Krankheiten könnten Ihr Demenzrisiko erhöhen

Neue Studie: Demenz beginnt oft Jahre vorher.
Neue Studie: Demenz beginnt oft Jahre vorher. ©CANVA
Eine finnische Studie zeigt: Wer bestimmte Erkrankungen oder Verletzungen erleidet, hat ein erhöhtes Demenzrisiko – selbst Jahrzehnte später. Besonders Infektionen könnten den geistigen Abbau beschleunigen.

Langzeitfolgen reichen bis zu 21 Jahren zurück

Dass Alter und genetische Faktoren eine zentrale Rolle bei Demenz spielen, ist bekannt. Eine aktuelle Studie aus Finnland legt nun nahe, dass auch frühere Erkrankungen und Verletzungen erheblichen Einfluss haben können – und zwar noch Jahrzehnte später.

Forscher der Universität Helsinki analysierten die Gesundheitsdaten von mehr als 62.000 Menschen über 65 Jahren mit einer späten Form der Demenz. Diese verglichen sie mit über 312.000 gleichaltrigen Personen ohne Erkrankung. Das Ergebnis: Insgesamt 29 Diagnosen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderten, standen in Zusammenhang mit einem erhöhten Demenzrisiko – selbst wenn sie bis zu 21 Jahren zurücklagen.

Von Diabetes bis Kopfverletzung

Zu den identifizierten Risikofaktoren zählen unter anderem neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Epilepsie, aber auch psychische Erkrankungen, etwa Depressionen oder alkoholbedingte Störungen. Ebenso fanden sich zahlreiche körperliche Leiden auf der Liste – darunter Typ-2-Diabetes, Hirninfarkte oder schwere Kopfverletzungen.

Auffällig: Auch Knochenbrüche und andere Verletzungen waren häufig vertreten. Die Forscher vermuten dahinter einen möglichen schleichenden Abbau des Nervensystems, der sich zunächst in körperlicher Instabilität zeigen könnte.

Fast jede zweite betroffene Person hatte Vorerkrankungen

Die Analyse zeigt zudem, wie verbreitet diese Zusammenhänge sind: 47 Prozent der Demenzpatienten hatten in den 20 Jahren vor der Diagnose mindestens eine der identifizierten Erkrankungen. Rund ein Fünftel sogar zwei oder mehr.

Am häufigsten traten dabei Hirninfarkte (9,6 Prozent), intrazerebrale Blutungen (6 Prozent) und Typ-2-Diabetes (4,9 Prozent) auf. Besonders stark war der Zusammenhang bei Parkinson sowie bei psychischen Störungen infolge von Gehirnschädigungen oder Alkoholkonsum.

Infektionen als unterschätzter Faktor

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft Infektionskrankheiten. Dazu zählen unter anderem Blasenentzündungen, bakterielle Infektionen oder Lungenentzündungen. Diese traten oft erst wenige Jahre vor der Demenzdiagnose auf – und könnten dennoch eine eigenständige Rolle spielen.

Die Forscher betonen, dass diese Zusammenhänge unabhängig von anderen Vorerkrankungen bestehen. Schwere Infektionen lösen Entzündungen im Körper aus, die wiederum Prozesse im Gehirn beschleunigen können – insbesondere in einer frühen Phase der Demenz, in der noch keine Symptome sichtbar sind.

Kein Grund zur Panik – aber zur Vorsorge

Studienautor und Epidemiologe Pyry Sipilä relativiert die Ergebnisse gegenüber "Medical News Today": "Ich denke, dass eine komplett gesunde Person, die eine Infektion hat, sich keine Sorgen über Demenz zu machen braucht." Gleichzeitig plädiert er dafür, Infektionen bei Risikopersonen konsequent zu behandeln und möglichst zu vermeiden.

Als präventive Maßnahmen nennen die Forscher unter anderem Impfungen – etwa gegen Herpes Zoster. Diese könnten helfen, das Demenzrisiko zu senken oder den Krankheitsbeginn hinauszuzögern.

Was man selbst tun kann

Neben der Vermeidung und Behandlung von Infektionen gibt es weitere bekannte Stellschrauben, um das Demenzrisiko zu reduzieren. Dazu zählen:

  • Senkung erhöhter Cholesterinwerte
  • Behandlung von Hör- und Sehproblemen
  • Kontrolle des Blutdrucks
  • Vermeidung von Übergewicht

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

(VOL.AT)

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