Dieser Alltagsgegenstand ersetzt in Finnland teilweise die Heizung
Wärmequelle mit Doppelfunktion
Der Winter in Finnland ist lang, kalt und dunkel. Trotz moderner Heizsysteme und gut isolierter Gebäude steigen auch dort die Energiekosten. Um den Verbrauch zu senken und dennoch nicht auf Wohnkomfort verzichten zu müssen, setzen viele Finnen auf eine einfache Lösung: Kerzen. Sie spenden nicht nur Licht, sondern erzeugen auch zwischen 30 und 80 Watt Wärme.
Effektive Wirkung im kleinen Rahmen
Eine einzelne Kerze kann zwar keinen Raum heizen, mehrere gleichzeitig jedoch erhöhen die Umgebungstemperatur spürbar – vor allem in gut isolierten, kleinen Räumen. Fünf bis sechs Kerzen erreichen gemeinsam die Leistung eines kleinen Elektroheizgeräts. Dabei geht es nicht darum, ganze Wohnungen gleichmäßig zu erwärmen, sondern gezielt Aufenthaltsbereiche wie Sofaecken oder Schreibtische um einige Grad zu steigern.
Wärme dort, wo sie gebraucht wird
Die Methode basiert auf dem Prinzip der Zonenwärme: Statt die gesamte Wohnfläche auf eine hohe Temperatur zu bringen, wird gezielt dort geheizt, wo sich Menschen aufhalten. Der übrige Wohnraum bleibt kühler. Dies spart Energie und schafft zugleich behagliche Bereiche im Alltag.
Licht, Wärme und Ritual
Neben der messbaren Wärme hat der Einsatz von Kerzen auch psychologische Effekte. Das warme Licht wirkt stimmungsaufhellend – ein nicht unwesentlicher Aspekt in einem Land mit wenigen Sonnenstunden. In vielen finnischen Haushalten ist das Anzünden von Kerzen am Abend ein festes Ritual, das den Übergang vom Arbeitstag zur Freizeit markiert.
Sicherheitsaspekte beachten
Trotz ihrer Vorteile bleiben Kerzen eine Ergänzung zur regulären Heizung. Für den sicheren Einsatz gelten klare Regeln: Sie sollten nur unter Aufsicht brennen, auf feuerfesten Unterlagen stehen und Abstand zu brennbaren Materialien wie Vorhängen haben. Zusätzlich empfiehlt sich das regelmäßige Entlüften der Heizkörper, um deren Effizienz zu erhalten.
(VOL.AT)