Doch nicht im Koma? – Irans oberster Führer soll heimlich verhandelt haben
Während die Rhetorik aus Washington immer schärfer wurde, dürfte in Teheran parallel ein anderer Kurs vorbereitet worden sein. Laut Recherchen von "Axios" wies Modschtaba Khamenei seine Unterhändler erstmals seit Beginn der militärischen Eskalation an, Gespräche mit den USA und Israel aufzunehmen.
Bestätigt wurde das dem Portal zufolge von einem israelischen Offiziellen, einem regionalen Vertreter sowie einer weiteren mit den Vorgängen vertrauten Person.
Aus Sorge vor möglichen gezielten Angriffen auf die iranische Führung soll Khamenei äußerst vorsichtig kommuniziert haben: Demnach ließ er Botschaften handschriftlich verfassen und über Mittelsmänner weitergeben. Berichte, wonach er im Koma liege, wies "Axios" unter Berufung auf eigene Informationen zurück – entsprechende Spekulationen hatte zuletzt die britische "Times" verbreitet.
"Durchbruch" im festgefahrenen Konflikt
Die vorsichtigen Annäherungsversuche könnten einen Wendepunkt markieren. Laut "Axios" suchte die iranische Führung damit erstmals aktiv einen Weg aus der militärischen Konfrontation mit den USA und Israel.
Zwei Insider sprachen gegenüber dem Portal sogar von einem "Durchbruch". Sämtliche wesentlichen Entscheidungen zu Wochenbeginn seien demnach nur mit Zustimmung Khameneis gefallen. "Ohne sein grünes Licht hätte es keinen Deal gegeben", zitierte "Axios" eine regionale Quelle.
Militärische Eskalation stand kurz bevor
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen liefen offenbar intensive Kriegsvorbereitungen. Sowohl vor Ort im Nahen Osten als auch im US-Verteidigungsministerium wurde eine "massive Bombardierungskampagne gegen die iranische Infrastruktur" vorbereitet.
Trump selbst hatte dem Iran offen mit "kompletter Auslöschung" gedroht. Ein Mitarbeiter des Pentagons schilderte die Lage gegenüber "Axios" so: "Wir hatten keine Ahnung, was passieren würde. Es war verrückt."
Auch auf iranischer Seite stellte man sich laut Bericht auf umfassende Angriffe sowie Gegenschläge "in beispiellosem Ausmaß" ein. Teile der Zivilbevölkerung verließen demnach aus Angst ihre Häuser.
Drohkulisse und Diplomatie greifen ineinander
Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass die gegenseitigen Drohungen Teil einer größeren Strategie waren – mit zumindest vorläufigem Erfolg. Neben dem militärischen Druck spielten offenbar auch diplomatische Initiativen eine zentrale Rolle.
Vor allem Drittstaaten wie Pakistan sollen vermittelt haben. Premierminister Shehbaz Sharif erklärte auf der Plattform X, sowohl der Iran als auch die USA und deren Verbündete hätten einer sofortigen Waffenruhe zugestimmt – auch mit Blick auf Konfliktzonen wie den Libanon.
Am Ende bleibt ein fragiles Gleichgewicht: Zwischen Eskalation und Entspannung entscheiden oft wenige, geheime Signale im Hintergrund.
(VOL.AT)