Dramatische Szenen am Mount Everest: Schneebruch reißt Bergsteiger in die Tiefe
Am vergangenen Dienstag, in den frühen Morgenstunden, spielten sich dramatische Szenen am Mount Everest ab. Laut dem Bergführer Vinayak Malla, der die Ereignisse auf Instagram schilderte, brach eine Schneewechte und riss mehrere Bergsteiger in die Tiefe. Malla, der bereits um sechs Uhr auf dem Gipfel stand, beobachtete auf seinem Rückweg, wie Hunderte weitere Bergsteiger den Aufstieg antraten.
Mehrere Bergsteiger vermisst
„Der Gipfelgrat des Everest fühlte sich anders an als in anderen Jahren“, schrieb Malla. „Es gab weichen Schnee, viele Wechten und schneebedeckte Felsabschnitte. Sogar die Wetterstation war halb im Schnee begraben.“ Die Schneewechte brach nur wenige Meter vor ihm ab und riss mehrere Bergsteiger mit sich. Vier von ihnen konnten sich dank ihrer Seilsicherung selbst retten, doch zwei weitere wurden vermisst.
Abbruch einer Schneewechte
Der Abbruch der Schneewechte machte das betroffene Stück unpassierbar, was viele Bergsteiger in einer kritischen Lage zurückließ. „Viele steckten fest und der Sauerstoff ging langsam zur Neige“, berichtete Malla. Dank seines Einsatzes konnte jedoch ein neuer Weg etabliert werden, der die Rettung der festsitzenden Bergsteiger ermöglichte.
570 Menschen auf dem höchsten Berg der Welt
Mindestens 570 Menschen - Bergsteiger und Bergführer - haben den Mount Everest in der derzeitigen Hauptsaison erfolgreich bestiegen. Nun neigt sich die Saison langsam dem Ende zu und die meisten Gruppen hätten ihre Expeditionen abgeschlossen und ihre Lager abgebaut, sagte ein Behördenmitarbeiter im Basislager des höchsten Bergs der Welt am Freitag. Die Zahl 570 beziehe sich auf vorläufige Schätzungen. In den kommenden Tagen dürften noch einige Aufstiege dazukommen.
Schon fünf Tote am Mount Everest
Gleichzeitig sind in dieser Saison nach Angaben des nepalesischen Tourismusministeriums bisher mindestens fünf Menschen auf dem Mount Everest gestorben. Drei weitere würden in der sogenannten Todeszone vermisst. Dort, auf über 8.000 Metern, sollte man sich nur möglichst kurz aufhalten, da der Körper immer schwächer werde und sich nicht erhole.
Viele Menschen wagen im Frühling den Aufstieg
Im Frühling versuchen besonders viele Menschen einen Aufstieg auf den riesigen Berg, weil dann die Bedingungen in der Regel am besten sind. Der Mount Everest befindet sich auf der Grenze zwischen Nepal und China im Himalaya und kann von beiden Seiten bestiegen werden. Wer dies tun will, muss eine kostenpflichtige Genehmigung im jeweiligen Land beantragen. In Nepal kostet diese 11.000 Dollar (10.134,51 Euro), in China noch mehr. In dieser Saison stellte die nepalesische Tourismusbehörde nach eigenen Angaben 419 Bergsteigerinnen und Bergsteigern aus 62 Ländern eine Genehmigung aus.
14 der höchsten Gipfel der Welt sind in Nepal
In Nepal befinden sich acht der 14 höchsten Gipfel der Welt, die alle über 8.000 Meter hoch sind. Das arme Land im Himalaya ist ein begehrtes Reiseziel für Bergsteiger, die einige der anspruchsvollsten Gipfel der Welt besteigen möchten. (VOL.AT, APA)
Fakten:
- Vorfall: Schneewechte brach am Dienstag in der Nähe des Everest-Gipfels ab.
- Betroffene: Mehrere Bergsteiger stürzten ab, zwei werden vermisst.
- Bergführer: Vinayak Malla berichtete auf Social Media über die Ereignisse.
- Aufstiege in dieser Saison: Mindestens 570 Menschen bestiegen in dieser Saison den Mount Everest.
- Unfälle: Mindestens fünf Todesfälle und drei Vermisste in der aktuellen Saison.
Infos: Mount Everest
Höhe:
- 8.848,86 Meter (offizielle Höhe, gemessen 2020)
Lage:
- Im Himalaya-Gebirge an der Grenze zwischen Nepal und dem autonomen Gebiet Tibet in China.
Erstbesteigung:
- 29. Mai 1953 durch Sir Edmund Hillary (Neuseeland) und Tenzing Norgay (Sherpa, Nepal).
Hauptsaison:
- Frühling (April bis Anfang Juni) und Herbst (Ende September bis Anfang November).
Besteigungsrouten:
- Südostgrat (Nepal) – die beliebteste und meistgenutzte Route.
- Nordostgrat (Tibet) – eine anspruchsvollere und weniger frequentierte Route.
Gefahren:
- Extreme Höhenlage: Über 8.000 Meter (Todeszone), wo der Körper nicht langfristig überleben kann.
- Lawinen, Eisschläge und plötzliches Wetterumschläge.
- Höhenkrankheit: Akute Bergkrankheit, HAPE (High Altitude Pulmonary Edema), HACE (High Altitude Cerebral Edema).
Rekorde:
- Jüngste Besteigerin: Ming Kipa (Nepal) mit 15 Jahren (2003).
- Ältester Besteiger: Yuichiro Miura (Japan) mit 80 Jahren (2013).
Umweltprobleme:
- Hohe Müllbelastung durch zurückgelassene Ausrüstung und Abfälle.
- Überfüllung und damit verbundene Risiken während der Hauptsaison.
Tourismus:
- Jährlich versuchen mehrere hundert Bergsteiger den Gipfel zu erreichen, oft begleitet von lokalen Sherpas.
- Der Mount Everest ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für Nepal, bringt aber auch ökologische und ethische Herausforderungen mit sich.