Eispreise: Österreich zahlt deutlich mehr als Deutschland
Österreichische Konsumenten müssen bei vielen bekannten Speiseeissorten deutlich tiefer in die Tasche greifen als deutsche Käufer. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung der Lebensmittelorganisation Foodwatch.
Demnach seien 20 bekannte Speiseeisprodukte in österreichischen Supermärkten im Durchschnitt um 50 Prozent teurer als in Deutschland. Besonders auffällig sei der Preisunterschied bei zwei Magnum-Produkten, die laut Foodwatch hierzulande um bis zu 78 Prozent mehr kosten.
Foodwatch sieht Hersteller in der Verantwortung
Die Organisation macht für die Preisunterschiede nicht die Supermarktketten verantwortlich. Vielmehr würden die Hersteller die Rahmenbedingungen vorgeben.
Laut Foodwatch könnten Unternehmen wie Eskimo in Österreich, Langnese in Deutschland oder Nestlé durch sogenannte territoriale Lieferbeschränkungen verhindern, dass Händler Produkte dort einkaufen, wo sie günstiger angeboten werden.
Dadurch könnten österreichische Händler nicht frei auf günstigere Bezugsquellen innerhalb der Europäischen Union zugreifen. Die höheren Einkaufspreise würden letztlich an die Konsumenten weitergegeben.
Kritik an Preisgrenzen im Binnenmarkt
Miriam Maurer von Foodwatch kritisiert das bestehende System scharf. In einer Aussendung bezeichnet sie den Österreich-Aufschlag als Ergebnis eines unfairen Systems.
Aus Sicht der Organisation würden Konsumenten durch künstliche Preisgrenzen innerhalb des europäischen Binnenmarkts belastet, während große Konzerne gleichzeitig von den Vorteilen des freien Warenverkehrs profitieren.
EU diskutiert Verbot territorialer Lieferbeschränkungen
Das Thema beschäftigt mittlerweile auch die europäische Politik. Ein Verbot territorialer Lieferbeschränkungen wird derzeit auf EU-Ebene diskutiert. Österreich zählt dabei zu den Ländern, die sich für strengere Regeln einsetzen.
Sollten die Beschränkungen künftig untersagt werden, könnten Händler Waren leichter in anderen EU-Staaten einkaufen und damit möglicherweise günstigere Preise für Verbraucher ermöglichen.
(Red.)
(APA)