Die geplante Einführung einer Plastikabgabe durch die Bundesregierung stößt auf Widerstand aus der Entsorgungsbranche. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) fordert klare Anreize für mehr Recycling – andernfalls sei die Maßnahme wenig sinnvoll.
Kritik an geplanter Finanzierung über Plastikabgabe
Die schwarz-rot-pinke Bundesregierung plant, mit der neuen Abgabe unter anderem die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ab Juli gegenzufinanzieren. Aus Sicht des VOEB greift dieser Ansatz jedoch zu kurz.
Der Verband betont, dass eine solche Abgabe nicht nur Einnahmen generieren dürfe, sondern gezielt zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft beitragen müsse.
300.000 Tonnen Plastikabfall pro Jahr
Laut VOEB fallen in Österreich jährlich rund 300.000 Tonnen Kunststoffverpackungsabfälle an. Davon würden etwa 200.000 Tonnen nicht recycelt.
Bereits seit 2021 wird auf EU-Ebene eine Abgabe von 80 Cent pro Kilogramm für nicht recycelte Kunststoffverpackungen eingehoben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Bis 2030 muss die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen von derzeit 50 auf 55 Prozent erhöht werden.
Forderung nach klaren Recycling-Anreizen
Vor diesem Hintergrund fordert der VOEB, dass die geplante Plastikabgabe gezielt Anreize schafft, etwa durch eine bessere Sammlung und Sortierung von Kunststoffabfällen, einen verstärkten Einsatz von recycelten Materialien sowie durch die Förderung von Investitionen in die Kreislaufwirtschaft.
VOEB-Vizepräsident Andreas Opelt betonte, dass eine Plastikabgabe nur dann sinnvoll sei, wenn sie eine echte Lenkungswirkung entfaltet. Sie müsse Unternehmen unterstützen, die Recycling verbessern, und jene belohnen, die bereits auf recycelte Rohstoffe setzen.
Blick nach Spanien und Großbritannien
Der Verband verwies dabei in einer Aussendung am Dienstag auf Spanien, wo nicht recycelter Kunststoff besteuert werde, während recycelte Wertstoffe von der Steuer ausgenommen seien. In Großbritannien falle die Plastic Packaging Tax indes nur auf Verpackungen an, die weniger als 30 Prozent Recyclingkunststoff enthielten.
Modelle dieser Art stärkten den Markt für recycelte Wertstoffe, erhöhten die Nachfrage nach Recyclingmaterial und förderten Investitionen in die Kreislaufwirtschaft, so der VOEB.
(VOL.AT)