Erdrutsch auf Mega-Mülldeponie: Fünf Tote bei Jakarta
In Indonesien hat sich am Sonntag auf der riesigen Mülldeponie Bantargebang in Bekasi am Rand der Hauptstadt Jakarta ein schweres Unglück ereignet. Mindestens fünf Menschen kamen nach Angaben der örtlichen Rettungsdienste ums Leben, vier weitere werden noch vermisst.
Die Deponie gilt als eine der größten der Welt und nimmt täglich Tausende Tonnen Abfall aus der Metropolregion Jakarta auf.
50 Meter hoher Müllberg kollabiert
Nach Angaben der Einsatzkräfte rutschte ein Teil des Müllbergs plötzlich ab. Die Opfer wurden von Müllmassen und Trümmern verschüttet. Laut der indonesischen Nachrichtenagentur Antara war der betroffene Müllberg mindestens 50 Meter hoch.
Neben mehreren Menschen wurden auch Müllwagen und kleine Imbissstände unter den Abfällen begraben. Rund um das weitläufige Gelände arbeiten zahlreiche informelle Müllsammler und Kleinhändler – sie sind bei solchen Unglücken besonders gefährdet.
Ursache noch unklar – Regen als möglicher Faktor
Was den Erdrutsch auslöste, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Große Müllmassen können jedoch insbesondere bei anhaltendem Regen instabil werden und ins Rutschen geraten. Eine endgültige Klärung steht noch aus.
Kritik an Behörden nach Unglück
Indonesiens Umweltminister Hanif Faisol Nurofiq übte nach dem Vorfall deutliche Kritik. Trotz eines bereits 2008 erlassenen Verbots sei weiterhin Müll auf der Deponie abgeladen worden, sagte er im Sender Kompas TV. Bantargebang gehöre zur Stadtverwaltung von Jakarta, daher müsse diese Verantwortung übernehmen.
Deponien sollen bis 2028 geschlossen werden
Indonesien plant, seine Mülldeponien schrittweise zu schließen. Präsident Prabowo Subianto hatte im Februar gewarnt, dass die meisten Deponien des Landes bis 2028 voll sein könnten.
Die Regierung will nach eigenen Angaben mehr als drei Milliarden Euro investieren, um innerhalb von zwei Jahren 34 Müllverbrennungsanlagen zu errichten, die zugleich Strom erzeugen sollen.
Bereits 2005 war es in der Provinz Westjava zu einem schweren Unglück auf einer Mülldeponie gekommen. Damals starben 143 Menschen infolge eines Erdrutsches, der durch eine Methangasexplosion ausgelöst worden war.
(VOL.AT/APA/DPA/AFP)