Erst schießt Ferrari diesen Bock, dann geht ein langjähriger Mitarbeiter aus der Chefetage
Ferrari wechselt seinen Marketing-Chef: Nach mehr als 16 Jahren verlässt Enrico Galliera den italienischen Sportwagenhersteller. Der Abgang erfolgt wenige Wochen nach der misslungenen Präsentation des ersten vollelektrischen Ferrari.
Führungswechsel bei Ferrari
Beim italienischen Luxus-Sportwagenhersteller Ferrari kommt es zu einem personellen Wechsel an der Spitze des Marketings. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt Massimiliano Di Silvestre (53) mit 1. Juli die Leitung des Bereichs. Der bisherige Marketing-Chef Enrico Galliera verlässt Ferrari nach mehr als 16 Jahren.
Di Silvestre war zuletzt für das Italien-Geschäft von BMW verantwortlich und blickt laut Ferrari auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Premium- und Luxusautomarkt zurück. Seit 2001 war er für den Münchner Autobauer tätig.
Wechsel nach Präsentation des ersten E-Ferrari
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der Ferrari einen wichtigen strategischen Schritt vollzogen hat. Ende Mai stellte der Sportwagenhersteller mit dem fünfsitzigen Elektro-SUV "Luce" erstmals ein vollelektrisches Serienmodell vor.
Die Vorstellung löste insbesondere in sozialen Netzwerken überwiegend kritische Reaktionen aus. Vor allem das für Ferrari ungewöhnliche Design wurde von vielen Fans der Traditionsmarke sehr kontrovers diskutiert – bei vielen kam der "Luce" gar nicht gut an.
Ende Mai führte Ferrari-Boss John Elkann den ersten E-Ferrari sogar Papst Leo XIV. in dessen Sommerresidenz Castel Gandolfo vor – möglicherweise mit der Bitte um göttlichen Beistand.
Galliera-Abgang schon länger fix?
Das Unternehmen erklärte, Marketing-Chef Galliera habe sich entschieden, "ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn aufzuschlagen". Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll die Trennung jedoch bereits seit Jahresbeginn geplant gewesen sein. Demnach sei vereinbart worden, dass Galliera die Präsentation des Elektroautos noch begleitet.
Ferrari hält an Elektrostrategie fest
Ferrari-Chef Benedetto Vigna bedankte sich bei Galliera für dessen "außergewöhnlichen Beitrag" zur weltweiten Stärkung der Marke Ferrari.
Ungeachtet der gemischten Reaktionen auf das neue Modell hält der Sportwagenbauer an seiner Elektrifizierungsstrategie fest. Nach Unternehmensangaben sei das Interesse am Elektroauto weiterhin groß. Konkrete Bestellzahlen für den "Luce" will Ferrari Ende Juli veröffentlichen.
(VOL.AT)