EU-Indien-Pakt könnte Vorarlberger Exportvolumen dorthin verdoppeln
EU-Indien-Abkommen: 5000 neue Jobs für Österreich erwartet
Das kürzlich abgeschlossene Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien könnte sich für Österreich als wirtschaftlicher Glücksfall entpuppen. Eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse der UniCredit Bank Austria rechnet mit bis zu 5000 zusätzlichen Industriearbeitsplätzen im Land.
Exportplus als Jobmotor
Aktuell hängen bereits rund 5000 heimische Industriearbeitsplätze direkt von der Nachfrage aus Indien ab. Sollte sich der Export in Richtung Indien verdoppeln, geht Bank-Austria-Ökonom Robert Schwarz davon aus, dass ebenso viele neue Arbeitsplätze entstehen könnten.
Besonders profitieren dürften laut Studie jene Bundesländer mit starker Industriepräsenz: Oberösterreich erwartet einen Zuwachs von 1800 Jobs, die Steiermark 1000. In Vorarlberg, Niederösterreich und Tirol könnten jeweils rund 500 neue Stellen geschaffen werden.
Heimische Wertschöpfung soll sich verdoppeln
Ein zentraler Faktor für den positiven Ausblick ist der Wegfall von Importzöllen. Derzeit liegt die durchschnittliche Zollbelastung für österreichische Produkte bei über zwölf Prozent. Der Abbau dieser Handelsbarriere würde laut Analyse die Wertschöpfung aus dem Indien-Geschäft mittelfristig verdoppeln – konkret um rund 650 Millionen Euro pro Jahr.
Im Jahr 2024 exportierte Österreich Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro nach Indien. Davon verblieben rund 650 Millionen Euro als industrielle Wertschöpfung im Inland, so Daten der OECD.
Oberösterreich und Steiermark im Fokus
Spitzenreiter beim Exportvolumen ist Oberösterreich mit 445 Millionen Euro – aktuell bleiben davon etwa 220 Millionen Euro im Land. Durch das Handelsabkommen könnte sich dieser Wert auf 450 Millionen Euro erhöhen. Auch die Steiermark könnte ihre Wertschöpfung von derzeit 120 auf 250 Millionen Euro mehr als verdoppeln. In Vorarlberg wäre ein Anstieg von 70 auf 150 Millionen Euro möglich.
Maschinenbau, Elektronik und Fahrzeugbau als Gewinner
Besonders zollbelastet sind bislang der Maschinenbau, die Elektronikindustrie sowie die Fahrzeugzulieferer – allesamt starke Sektoren in Österreich. Der Wegfall der Zölle sei daher "ein klarer Impuls für die technologieintensiven Branchen", so Ökonom Schwarz.
Wirtschaft sieht großes Potenzial
Auch das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO sieht große Chancen. Maschinen- und Anlagenbau, Chemie, Umwelttechnik und Kfz-Zulieferer seien besonders aussichtsreich positioniert. Die Industriellenvereinigung (IV) sprach vom Handelsabkommen als einem "unglaublich großen Potenzial", die Wirtschaftskammer (WKO) nennt es einen "wichtigen Schritt in die richtige Richtung".
(VOL.AT)