Experten warnen: Kaum Daten zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Mehr psychische Belastung bei Jugendlichen: Fokus auf Schulen
Auch der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) verwies auf eine zunehmende psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen. Ergebnisse der aktuellen Ö3-Jugendstudie zeigten, dass ein erheblicher Teil der jungen Menschen unter psychischen Problemen leidet und sich in zentralen Lebensbereichen verunsichert fühlt.
Der ÖBVP fordert daher, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärker in allen Lebensbereichen zu verankern. Insbesondere in Schulen brauche es nachhaltige Lösungen, da erfolgreiches Lernen psychische Stabilität voraussetze. Psychotherapie an Schulen könne sowohl zur frühzeitigen Unterstützung als auch zur Prävention beitragen. Gefordert werden ein Ausbau von Präventionsprojekten sowie eine stärkere schulpsychotherapeutische Begleitung.
Zuletzt 2017 Daten veröffentlicht
Internationale Daten, etwa aus der Global Burden of Disease Study, die den Gesundheitszustand in der Welt im Ländervergleich darstellt, zeigen eine steigende psychische Belastung insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Österreich stammt die letzte repräsentative Erhebung zur psychischen Gesundheit aus dem Jahr 2017, kritisierte die ÖGKJP.
Aktuell gebe es keine verlässlichen Daten zur Häufigkeit psychischer Erkrankungen, wodurch keine Aussagen über deren Entwicklung möglich seien, so die ÖGKJP. Dies stehe im Kontrast zu anderen Bereichen der Gesundheitsversorgung, wie etwa der Zahngesundheit, zu denen umfassende Daten vorliegen. "Es bleibt also festzuhalten, dass die dentale Gesundheit offensichtlich von höherem öffentlichem Interesse ist als die mentale Gesundheit", konstatierte die Fachgesellschaft.
Zudem fehle es an ausreichend psychiatrischen Behandlungsplätzen für Kinder und Jugendliche. Besonders im Bereich der Akutversorgung steige die Nachfrage, während bestehende Strukturen zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Häufig werde die Versorgung nur durch das überdurchschnittliche Engagement des Personals aufrechterhalten, kritisierte die ÖGKJP.
(APA)