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Extremkälte zeigt Schwächen: So stark verlieren E-Autos an Reichweite

Der Winter-Praxistest zeigt deutliche Reichweiten-Verluste bei Elektroautos unter Extremkälte.
Der Winter-Praxistest zeigt deutliche Reichweiten-Verluste bei Elektroautos unter Extremkälte. ©Canva/Symbolbild
24 Elektroautos mussten beim größten Winter-Praxistest in Norwegen bei bis zu minus 31 Grad antreten. Kein Modell erreichte die offizielle WLTP-Reichweite. Die Abweichungen waren teils deutlich – doch es gibt auch positive Ergebnisse.

Im Jänner 2026 nahm der ÖAMTC erneut am weltweit größten Reichweitentest für Elektrofahrzeuge, dem "El Prix" des norwegischen Partnerclubs NAF, teil. Getestet wurden 24 batterieelektrische Fahrzeuge unter realen Winterbedingungen – bei Temperaturen zwischen minus acht und minus 31 Grad Celsius.

Keines der Fahrzeuge erreichte dabei die offiziell angegebene WLTP-Reichweite.

"Bei Rekordwerten von bis zu minus 31 Grad Celsius zeigte sich die starke Auswirkung der niedrigen Temperatur auf die Reichweite von E-Autos: Kein Fahrzeug kam in die Nähe der angegebenen WLTP-Werte", fasst ÖAMTC-Techniker Florian Merker zusammen.

Die höchsten Abweichungen lagen bei fast 46 Prozent – unter anderem beim Opel Grandland und beim Lucid Air Grand Touring. Die geringste Abweichung verzeichneten MG S 6 und Hyundai Inster mit knapp unter 30 Prozent. Im Durchschnitt lag die reale Reichweite rund 38 Prozent unter den WLTP-Angaben.

Dennoch bis zu 520 Kilometer Reichweite

Trotz der deutlichen Abweichungen relativiert der ÖAMTC mögliche Sorgen. Die tatsächlich gefahrenen Distanzen lagen zwischen 224 Kilometern (Suzuki eVitara) und 520 Kilometern (Lucid Air Grand Touring).

"Die Daten zeigen, wie wichtig eine gute Streckenplanung und die Verfügbarkeit von Ladestationen für E-Autofahrer:innen im Winter sind – besonders bei sehr niedrigen Temperaturen", betont Merker.

Die rund 450 Kilometer lange Teststrecke beinhaltete Stadtverkehr, Landstraße, Autobahn sowie Steigungen. Gefahren wurde so lange, bis es bei allen Fahrzeugen zu einem Leistungsverlust kam und die erforderliche Geschwindigkeit nicht mehr gehalten werden konnte.

©ÖAMTC

Gute Ladeleistungen trotz Minusgraden

Parallel zum Reichweitentest wurde ein Ladetest durchgeführt. 13 der 24 Fahrzeuge erreichten den Ladezustand von 80 Prozent in weniger als 30 Minuten. Sechs Modelle waren sogar schneller auf 80 Prozent geladen als vom Hersteller angegeben.

"Bei diesem Ladetest zeigte sich, wie wichtig eine gut temperierte Batterie für das Laden eines Elektrofahrzeuges ist. Trotz Temperaturen von minus zehn Grad Celsius an den Ladestationen haben die getesteten Fahrzeuge gut abgeschnitten", erklärt Merker.

Nach Einschätzung des ÖAMTC werden künftig Ladegeschwindigkeit, Verbrauchseffizienz und die Verfügbarkeit von Ladestationen wichtiger sein als die maximale Reichweite.

©ÖAMTC

Vorschau auf neue Modelle für Europa

Der "El Prix" bietet auch einen Ausblick auf mögliche neue Fahrzeuge für den europäischen Markt. In Norwegen sind bereits Modelle verfügbar, die es in Österreich noch nicht gibt. Beim aktuellen Test dabei waren unter anderem:

  • Changan Deepal S 05
  • KGM Musso
  • Xpeng X9
  • Zeekr 7X

"Für den ÖAMTC ist es daher eine gute Vorschau, welche Hersteller in der nächsten Zeit den Schritt nach Europa planen", so Merker.

ÖAMTC-Techniker Florian Merker. ©ÖAMTC

Was ist "El Prix"?

El Prix ist der weltweit größte Praxistest für Reichweite und Ladeverhalten von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV). Der norwegische Automobilverband NAF führt den Test seit 2020 zweimal jährlich durch – im Sommer und im Winter.

Die reale Reichweite wird dabei unter Alltagsbedingungen ermittelt und mit den offiziellen WLTP-Werten verglichen. Der ÖAMTC nahm heuer bereits zum siebten Mal teil.

(VOL.AT)

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