Falsches Schmerzmittel: Oberärzte vor Gericht
Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. Die Frau soll trotz dokumentierter Unverträglichkeit wochenlang ein Schmerzmittel erhalten haben und daran gestorben sein.
Medikament trotz Unverträglichkeit verabreicht
Der Vorfall geht auf die Monate Februar und März 2025 zurück. Die 83-Jährige war nach einer Operation wegen eines Oberschenkelhalsbruchs zunächst behandelt und anschließend auf die Geriatrie der Christian-Doppler-Klinik verlegt worden, so der ORF.
Dort soll ihr laut Anklage zwischen dem 4. Februar und dem 14. März wiederholt das Schmerzmittel Novalgin verabreicht worden sein – obwohl eine entsprechende Unverträglichkeit in ihrem Medikamentenblatt vermerkt gewesen sein soll.
Gutachten sieht Zusammenhang mit Todesfolge
Ein gerichtsmedizinisches Gutachten kommt zu einem klaren Schluss: Das verabreichte Medikament habe eine Infektion ausgelöst, die letztlich zum Tod der Patientin geführt habe.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Oberärzten vor, dafür verantwortlich zu sein, dass die Frau das unverträgliche Medikament dennoch erhalten habe. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Kliniken reagierten mit Selbstanzeige
Die Salzburger Landeskliniken, Träger der betroffenen Einrichtung, meldeten den Fall nach dem Tod der Patientin selbst bei den Behörden. In der Folge seien die internen Kontrollen bei der Medikamentenvergabe ausgeweitet worden.
Der Prozess am Mittwoch soll nun klären, ob und in welchem Ausmaß den angeklagten Ärzten ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten anzulasten ist.
(VOL.AT)