Farouk (6) & Matteo (12): Ihr Kampf gegen den Krebs
Farouk ist sechs Jahre alt. Er lebt in Tirol, liebt Fußball und Tiere – und kämpft seit über einem Jahr gegen eine schwere Bluterkrankung, Thalassämie. Um eine Chance auf ein gesundes Leben zu haben, braucht er dringend eine passende Stammzellspende.
Matteo ist zwölf, kommt aus dem Murtal und engagiert sich bei der Jugendfeuerwehr. Seit April 2025 lebt er mit der Diagnose HLH (hämophagozytische Lymphohistiozytose), einer schweren Erkrankung des Immunsystems. Sein Alltag spielt sich seither großteils im LKH Hochsteiermark am Standort Leoben ab. Auch er ist auf eine Stammzelltransplantation angewiesen.
Beide Buben stehen stellvertretend für viele Familien in Österreich, die mit einer lebensbedrohlichen Diagnose konfrontiert sind.
Jede Typisierung kann Leben retten
Damit Farouk und Matteo eine passende Spenderin oder einen passenden Spender finden, braucht es möglichst viele Registrierungen. Organisationen wie "Geben für Leben" informieren über die Möglichkeit zur Typisierung.
Wer bereits registriert ist, muss sich nicht erneut anmelden, kann jedoch im eigenen Umfeld auf die Bedeutung der Stammzellspende aufmerksam machen.
Gerade rund um den Internationalen Kinderkrebstag am 15. Februar wird deutlich, wie wichtig Solidarität und gesellschaftliche Unterstützung für betroffene Familien sind.
300 Kinder pro Jahr in Österreich betroffen
Jährlich erkranken in Österreich rund 300 Kinder und Jugendliche an Krebs. Etwa 200 sind jünger als 14 Jahre, rund 100 zwischen 15 und 19 Jahren. Kinderkrebserkrankungen gelten als selten – sie machen weniger als ein Prozent aller Krebsdiagnosen aus.
Trotzdem zählt Krebs zu den häufigsten tödlichen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.
Im europäischen Vergleich liegt Österreich bei der 5-Jahres-Überlebensrate im Spitzenfeld. Grundlage dafür sind Daten der EUROCARE-5-Studie (1999–2007).
Heilungschancen deutlich gestiegen
Dank moderner Therapien können heute rund 85 Prozent der erkrankten Kinder geheilt werden. In den 1940er-Jahren lag die Überlebensrate noch bei etwa 20 Prozent.
In Entwicklungsländern überleben hingegen weiterhin nur rund 30 Prozent der betroffenen Kinder.
In Österreich stehen sieben spezialisierte kinderonkologische Zentren zur Verfügung: zweimal in Wien sowie in Salzburg, Klagenfurt, Linz, Graz und Innsbruck.
Krebs ist nicht ansteckend
Warum Kinder an Krebs erkranken, ist trotz intensiver Forschung nicht eindeutig geklärt. Klar ist jedoch: Krebs ist keine Infektionskrankheit und nicht ansteckend. Krebszellen können nicht außerhalb des Körpers überleben und werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Spätfolgen bleiben oft ein Thema
Auch wenn die Therapie erfolgreich ist, bleiben für viele Betroffene gesundheitliche Herausforderungen. Rund zwei Drittel der Kinderkrebsüberlebenden entwickeln im Laufe ihres Lebens körperliche oder psychosoziale Spätfolgen.
Diese können unter anderem das Wachstum, die Fruchtbarkeit, Organe wie Herz oder Lunge, das Hör- und Sehvermögen oder die kognitive Entwicklung betreffen.
Für die langfristige Betreuung gibt es in Österreich spezialisierte Nachsorgeangebote wie ZONE (Zentrum für onkologische Nachsorge Erwachsener) sowie IONA (Interdisziplinäre onkologische Nachsorgeambulanz in Wien).
(VOL.AT)