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Fast 6.000 Euro pro Einwohner: Dolomiten-Dorf erzielt mit Blitzer Rekord-Einnahmen

Eine Auswertung der Verbraucherschutzorganisation Codacons zeigt, wie hohe Einnahmen einzelne italienische Gemeinden mit Radarfallen erzielen.
Eine Auswertung der Verbraucherschutzorganisation Codacons zeigt, wie hohe Einnahmen einzelne italienische Gemeinden mit Radarfallen erzielen. ©Canva (Symbolbild)
Wer mit dem Auto durch Italien reist, sollte den Tacho genau im Blick behalten. Eine neue Auswertung zeigt nun, welche Summen manche Gemeinden mit Radarfallen einnehmen. Besonders ein kleiner Ort in den Dolomiten sticht dabei heraus.

Blitzer sorgen in Italien seit Jahren für Diskussionen. Kritiker werfen Gemeinden regelmäßig vor, Tempokontrollen vor allem als Einnahmequelle zu nutzen. Kommunen verweisen hingegen auf die Verkehrssicherheit. Neue Zahlen der Verbraucherschutzorganisation Codacons dürften die Debatte nun erneut anheizen.

Während die Einnahmen aus Radarstrafen in vielen größeren Städten zuletzt zurückgingen, verzeichnen zahlreiche kleinere Gemeinden weiterhin beachtliche Erträge. Grundlage der Analyse sind Daten, die die Kommunen selbst an das italienische Innenministerium gemeldet haben.

5.989 Euro pro Einwohner

Besonders auffällig ist der Fall von Colle Santa Lucia in der Provinz Belluno. Die rund 300 Einwohner zählende Gemeinde in den Dolomiten nahm laut Codacons zwischen 2021 und 2025 mit nur einer einzigen Radaranlage mehr als zwei Millionen Euro ein.

Umgerechnet entspricht das Einnahmen von 5.989 Euro pro Einwohner. Damit zählt die Anlage zu den ertragreichsten Radarfallen des Landes und stellt für die kleine Gemeinde eine bedeutende Einnahmequelle dar.

Unterschiedliche Entwicklung in den Städten

Im vergangenen Jahr hatten neue Vorgaben der italienischen Regierung rund um Verkehrsminister Matteo Salvini für Verunsicherung bei vielen Gemeinden gesorgt. Teilweise wurden bestehende Anlagen außer Betrieb genommen.

Davon betroffen war auch Südtirol. In Bozen brachen die Einnahmen aus Radarstrafen laut der Auswertung im Jahr 2025 um 84,2 Prozent ein. Noch stärker fiel der Rückgang lediglich in Triest aus, wo ein Minus von 94,4 Prozent verzeichnet wurde.

Andernorts entwickelte sich die Situation hingegen in die entgegengesetzte Richtung. In Ancona stiegen die Einnahmen aus Tempokontrollen um 116 Prozent auf rund 1,8 Millionen Euro. Auch Genua (+54 Prozent) und Cagliari (+42 Prozent) meldeten deutliche Zuwächse.

Weitere Gemeinden profitieren kräftig

Colle Santa Lucia ist jedoch nicht die einzige Kommune mit hohen Erträgen aus Radarstrafen. In Galatina in der süditalienischen Provinz Lecce wurden 2025 laut Codacons rund 5,3 Millionen Euro eingenommen. Die Stadt zählt etwa 26.000 Einwohner und übertraf damit sogar einige italienische Großstädte.

Auch entlang der stark frequentierten Telesina-Staatsstraße zwischen Kampanien und Molise klingelten die Kassen. Die fünf Gemeinden entlang der Strecke nahmen gemeinsam rund 2,8 Millionen Euro durch Geschwindigkeitskontrollen ein.

Trotz Rückgangs fließen weiterhin Millionen

Insgesamt gingen die Einnahmen der 20 größten italienischen Städte aus Radarstrafen 2025 zwar um 8,9 Prozent zurück. Dennoch summierten sich die Erlöse laut Codacons weiterhin auf rund 56,5 Millionen Euro. Für die Verbraucherschützer ist das ein Hinweis darauf, dass die neuen Regelungen der Regierung den Geldstrom aus Tempostrafen zwar gebremst, aber keineswegs versiegen lassen haben.

(VOL.AT)

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