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"Fifa, ihr habt den Fußball getötet" - WM-Reporter rastet bei Live-Übertragung aus

Reporter Jorge Vera (r.) entschuldigte sich nach dem Vorfall in einem Video auf Instagram.
Reporter Jorge Vera (r.) entschuldigte sich nach dem Vorfall in einem Video auf Instagram. ©APA/AFP, Screenshot instagram.com/chipivera89
Ein Wutausbruch während einer Live-Übertragung hat für den paraguayischen Radio-Kommentator Jorge Vera drastische Folgen.

Nach heftigen Beschimpfungen gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino und weitere Funktionäre entzog ihm der Weltverband die WM-Akkreditierung.

Rote Karte sorgt für Empörung

Auslöser war die erste Rote Karte der Turniergeschichte aufgrund einer neuen Fifa-Regel gegen verdeckte verbale Äußerungen auf dem Spielfeld.

Im Gruppenspiel zwischen Paraguay und der Türkei wurde Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón des Feldes verwiesen. Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador wertete es als Regelverstoß, dass Almirón mit vor den Mund gehaltener Hand zu einem Gegenspieler gesprochen hatte. Die Maßnahme soll laut Fifa verhindern, dass mögliche diskriminierende Beleidigungen auf dem Spielfeld verborgen bleiben.

Kommentator verliert die Beherrschung

Die Entscheidung brachte den paraguayischen Radioreporter Jorge Vera während seiner Live-Reportage auf. Der Journalist bezeichnete den Schiedsrichter als "Dieb" und richtete anschließend schwere Vorwürfe gegen die Fifa.

"Sie haben den Fußball getötet. Fifa, ihr habt den Fußball getötet", sagte Vera während der Übertragung. Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino griff er direkt an: "Infantino, du bist hierfür verantwortlich."

Damit nicht genug: Auch Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Fußballverbands CONMEBOL, wurde Ziel seiner Kritik. Vera warf den Funktionären vor, den Fußball zu beschädigen, und verwendete dabei weitere beleidigende Formulierungen.

Fifa reagiert umgehend

Der Weltverband zog rasch Konsequenzen. Vera verlor mit sofortiger Wirkung seine Akkreditierung für die laufende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Damit darf er weder Stadien betreten noch offiziell vom Turnier berichten.

Für den erfahrenen Reporter ist die Sperre besonders bitter. Paraguay hat nach dem 1:0-Erfolg gegen die Türkei gute Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase und damit auf weitere WM-Spiele.

Sender hält Strafe für unverhältnismäßig

Vera arbeitet für den paraguayischen Sender ABC. Das Medienhaus stellte sich hinter seinen Mitarbeiter und forderte die Fifa auf, die Entscheidung zu überdenken.

In einer Stellungnahme argumentierte der Sender, der Entzug der Akkreditierung für die gesamte Turnierdauer sei eine "extreme und offenkundig unverhältnismäßige Sanktion" für ein erstmaliges Fehlverhalten. Zudem habe Vera seinen Fehler unmittelbar eingeräumt und sich entschuldigt.

Öffentliche Entschuldigung

Auch der Reporter selbst zeigte Reue. Auf Instagram veröffentlichte er ein Video, in dem er seine Aussagen bedauerte.

"Was ich gesagt habe, war falsch, und es liegt an mir, die Verantwortung dafür zu übernehmen. In diesen Sekunden war ich kein gutes Vorbild", erklärte Vera.

Ob die Fifa die Sanktion nach der Entschuldigung noch einmal überprüft, ist derzeit offen. Der Fall zeigt jedoch, dass der Weltverband bei Verstößen gegen Verhaltensregeln während der WM konsequent durchgreift.

(VOL.AT)

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