FinanzOnline mit neuer Pflicht: Müssen Steuerzahler jetzt um ihren Steuerausgleich fürchten?
Die verpflichtende Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei FinanzOnline sorgt für Fragen – vor allem bei jenen, die sich nur selten in das Online-Portal des Bundes einloggen. VOL.AT hat beim Bundesministerium für Finanzen (BMF) nachgehakt: Wie viele sind noch nicht umgestiegen? Gab es mehr Beschwerden? Und sind Menschen an ihrem Steuerausgleich gescheitert?
Keine konkrete Zahl zu offenen 2FA-Aktivierungen
Eine zentrale Frage bleibt vorerst unbeantwortet: Wie viele der registrierten Nutzerinnen und Nutzer haben die verpflichtende 2FA bislang noch nicht aktiviert?
"Diese Zahl ist aktuell nicht auszuwerten", teilte das BMF auf VOL.AT-Anfrage mit. Der Grund: Die Registrierung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung erfolge erst beim nächsten Login. Viele Menschen würden sich jedoch nur einmal jährlich – etwa für die Arbeitnehmerveranlagung – oder sogar noch seltener anmelden.
Das Ministerium verweist darauf, dass es "2–3 Jahre dauern" könne, bis tatsächlich alle aktiven Nutzerinnen und Nutzer die zusätzliche Sicherheitsstufe eingerichtet haben.
Mehr Anfragen, aber "überschaubar"
Seit 1. Oktober 2025 ist die 2FA verpflichtend. Seither sei der Supportaufwand gestiegen, bestätigt das Finanzministerium: "Selbstverständlich gibt es einen erhöhten Supportaufwand, dieser ist aber überschaubar."
Gleichzeitig betont das BMF, die Umstellung sei proaktiv begleitet worden – unter anderem mit Informationsmaterial und Erklärvideos. Damit habe man "einige Supportanfragen vorab klären" können.
Konkrete Zahlen zu Beschwerde- oder Anfragevolumen nennt das Ministerium allerdings nicht.
Steuerausgleich weiterhin möglich – notfalls auf Papier
Für viele entscheidend: Konnte jemand den Steuerausgleich für 2024 nicht durchführen, weil der Zugang zu FinanzOnline nicht entsprechend eingerichtet war?
Die klare Antwort des BMF: "Niemand. Der Steuerausgleich kann immer durchgeführt werden, notfalls in Papierform."
Tatsächlich sei die Zahl jener, die ihre Steuererklärung über FinanzOnline einreichen, im vergangenen Jahr sogar weiter gestiegen. "FinanzOnline wird nach wie vor sehr gut angenommen, Tendenz steigend", heißt es aus dem Ministerium.
Ältere loggen sich oft gar nicht mehr ein
Auch beim Anteil der über 65-Jährigen unter jenen, die 2FA noch nicht aktiviert haben, kann das Ministerium keine Zahlen liefern. "Eine Auswertung ist auch hier aktuell nicht möglich und auch nicht sinnvoll", so die Stellungnahme.
Gerade ältere Personen würden zunehmend von der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung profitieren. Sie hätten zwar möglicherweise einen FinanzOnline-Account, müssten sich aber gar nicht mehr aktiv einloggen. In solchen Fällen könne es sein, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung "nie oder vielleicht erst in Jahren" aktiviert werde.
(VOL.AT)