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Forschende sehen möglichen Zusammenhang zwischen Omega-3 und Alzheimer

Studie mit 800 Menschen: Omega-3 könnte kognitiven Abbau fördern.
Studie mit 800 Menschen: Omega-3 könnte kognitiven Abbau fördern. ©CANVA
Eine neue Studie mit rund 800 Teilnehmern über fünf Jahre deutet darauf hin, dass Omega-3-Präparate den geistigen Abbau im Alter möglicherweise nicht bremsen, sondern sogar beschleunigen könnten.

Omega-3-Fettsäuren gelten seit Jahren als beliebte Nahrungsergänzungsmittel. Ihnen wird nachgesagt, das Herz-Kreislauf-System zu unterstützen und das Risiko für Krankheiten wie Krebs oder Demenz zu senken. In den vergangenen Jahren wurden jedoch zunehmend wissenschaftliche Stimmen laut, die den tatsächlichen Nutzen solcher Präparate infrage stellen.

Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sieht die Einnahme kritisch. Menschen mit Herzerkrankungen wird von Omega-3-Kapseln teilweise abgeraten. Für gesunde Personen seien Nahrungsergänzungsmittel meist unnötig, sofern regelmäßig Fisch konsumiert wird. Zu den wichtigsten natürlichen Quellen zählen fettreiche Fischsorten wie Lachs, Hering und Makrele sowie Walnüsse und Rapsöl.

Fischöl-Kapseln könnten dem Gehirn schaden. ©CANVA

Studie im Fachjournal veröffentlicht

Ein Forschungsteam aus China untersuchte nun, welchen Einfluss Omega-3-Fettsäuren auf die Entwicklung von Alzheimer haben könnten. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease" veröffentlicht.

Im Fokus stand dabei das sogenannte APOE4-Gen, das als bedeutendster genetischer Risikofaktor für Alzheimer gilt. Das Gen beeinflusst den Fettstoffwechsel im Gehirn und steht mit der Bildung von Amyloid-Beta-Ablagerungen sowie Schäden an Nervenzellen in Verbindung. Laut dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen kann sich das Alzheimer-Risiko bei Trägern des Gens um das bis zu Zwölffache erhöhen.

An der Untersuchung nahmen rund 800 Menschen zwischen 55 und 90 Jahren teil. Darunter befanden sich sowohl gesunde Erwachsene als auch Personen mit Gedächtnisproblemen oder bereits diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung. Die Forschenden führten klinische Untersuchungen, neuropsychologische Tests, genetische Analysen sowie bildgebende Verfahren durch.

546 Personen nahmen regelmäßig Omega-3-Präparate ein, meist in Form von Fischöl-Kapseln. 273 Teilnehmer verzichteten darauf. Die Beobachtungsdauer lag bei fünf Jahren. Der Anteil der Menschen mit APOE4-Gen war in beiden Gruppen vergleichbar.

Auffällige Veränderungen im Gehirn festgestellt

Die Gehirnscans zeigten bei Alzheimer-Patienten nicht nur die bekannten Ablagerungen von Amyloid-Plaques und Tau-Proteinen, sondern auch einen deutlichen Rückgang des Glukose-Stoffwechsels im Gehirn. Dieser gilt als Hinweis auf Störungen bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen.

Nach Einschätzung des Forschungsteams könnte die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren diesen Prozess möglicherweise begünstigen. In der Studie heißt es, die Supplementierung mit Omega-3 könne "mit einem beschleunigten kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen verbunden sein".

Die Wissenschafter betonen zudem, dass ihre Ergebnisse die bisher weit verbreitete Annahme infrage stellen würden, Omega-3-Fettsäuren seien grundsätzlich positiv für die geistige Gesundheit. Deshalb sei eine vorsichtige Neubewertung der häufigen Verwendung solcher Präparate notwendig.

(VOL.AT)

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