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Frauen im Sport massiv unterrepräsentiert

Sportberichte in Österreich sind weiter männlich dominiert
Sportberichte in Österreich sind weiter männlich dominiert ©Canva
Frauen sind in der Sportberichterstattung heimischer Medien weiterhin klar unterrepräsentiert. Zwar gibt es in der Printmedien-Berichterstattung einen leichten Anstieg von zwölf Prozent (2020) auf 15 Prozent, von Ausgewogenheit kann aber keine Rede sein, zeigt die am Dienstag präsentierte Studie "Genderbalance in der Sportberichterstattung".

Im TV ist 24 Prozent der Übertragungszeit Frauen gewidmet, wobei ORF 1 mit 37 Prozent deutlich mehr Raum bietet als ServusTV (5 Prozent).

Wien. Für die vom Institut MediaAffairs durchgeführte Studie unter Leitung von Maria Pernegger wurden von September 2024 bis August 2025 rund 40.000 Beiträge aus Print, TV, Social Media und Mediatheken quantitativ und qualitativ analysiert. Dabei zeigte sich, dass in vielen Bereichen Frauen ausgehend von niedrigem Niveau etwas häufiger in die Berichterstattung Eingang fanden und dabei seltener Trivialisierungen und Sexualisierungen ausgesetzt waren.

Deutliche Unterschiede je nach Zeitung

Mit Blick auf die Titelseiten gab es gegenüber der Vorgängerstudie aus 2020 eine Steigerung um 20 Prozentpunkte. So drehten sich diese in 26 Prozent der Fälle um Sportlerinnen und in 74 Prozent der Fälle um Sportler.

Auf Social Media drehen sich nur zwölf Prozent der Postings auf den relevantesten Sport-Medienkanälen um Sportlerinnen (+5 Prozentpunkte). Dabei hätten diese deutlich höhere Interaktionsraten und ein stärkeres User-Engagement als Beiträge über männliche Athleten, zeigt die Studie.

Kaum Journalistinnen in Sportressorts

Nur drei Prozent der Sportberichte stammen von Journalistinnen, was angesichts der stark männlich dominierten Sportressorts in den jeweiligen Medienhäusern nicht weiter verwundert. Bei der "Krone" befassen sich laut der Studie 38 Männer und lediglich eine Frau mit Sport. Beim "Standard" steht es 10 zu 0 und bei der "Kleinen Zeitung" 17 zu 1. Wenn Frauen über Sport schreiben, dann drehen sich deren Artikel in 38 Prozent der Fälle um Sportlerinnen bzw. Frauensport.

Trivialisierungen häufiger bei Sportlerinnen

Auch qualitativ finden sich Unterschiede, je nachdem, ob über Männer oder Frauen im Sport berichtet wird. Männer werden häufiger mit Stärke und Dominanz in Verbindung gebracht. Frauen werden hingegen öfter emotionale Eigenschaften attestiert oder sie trivialisiert dargestellt.

Letzteres passiert 2,5-mal eher als bei Männern – etwa mit Begriffen wie "Girls", "Prinzessin" oder "Rodelfloh". Trivialisierungen sind aber generell rückläufig. Auch Sexualisierungen gehen zurück (0,2 Prozent der Berichte). Bei Bildmotiven sind Sportlerinnen häufiger in passiven Situationen zu sehen als Männer.

"Frauen im Sport sind nach wie vor unterrepräsentiert, und ihre Leistungen erhalten im medialen Diskurs nicht die angemessene Aufmerksamkeit", wurde Sport-Austria-Präsident Hans Niessl in einer Aussendung zitiert. Dabei sei Sichtbarkeit eine grundlegende Voraussetzung für echte Teilhabe, so Niessl.

"Wenn Frauen im Sport sichtbar sind, wenn ihre Leistungen ernst genommen werden und wenn sie auch in Medien selbstverständlich vertreten sind, dann stärkt das nicht nur einzelne Athletinnen, es stärkt den Sport insgesamt", hält Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt im Vorwort zur Studie fest.

Die Initiative für die Studie ging von "exploristas" – Österreichs Initiative für Sichtbarkeit und Vielfalt von Frauen im Sport – aus. Auftraggeber waren etwa RTR Medien, Sport Austria und die Österreichischen Lotterien mit win2Day. Letztere rufen jedes Jahr den "Equal Play Day" aus und damit jenen Tag, an dem Frauensport in Österreich rechnerisch medial "unsichtbar" wird. Heuer fiel dieser auf den 18. März, 2025 auf den 20. Februar.

(APA)

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