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Gaming: Nicht die Spielzeit entscheidet über kognitive Risiken

(Symbolbild) ©Mit Ki (chatgpt) generiert / OpenAI

Neue Studie der KL Krems zeigt: Entscheidend ist nicht, wie lange Jugendliche spielen, sondern ob das Gaming zwanghafte Züge annimmt.

Studie untersuchte fast 4.000 Jugendliche

Wie viele Stunden Jugendliche täglich Videospiele spielen, sagt allein wenig darüber aus, ob das Gaming mit kognitiven Problemen verbunden ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL) Krems, die im Fachjournal Computers in Human Behavior veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung analysierten die Forschenden die Daten von 3.854 Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren. Dabei wurden nicht nur Angaben zum Spielverhalten erhoben, sondern auch psychometrisch validierte Tests zu logischem Denken, sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten, visuell-räumlichem Denken, Langzeitgedächtnis sowie motorischen Fähigkeiten durchgeführt.

Problematisches Gaming statt Bildschirmzeit entscheidend

Nach Angaben der Studienautoren zeigte sich, dass Symptome einer Internet-Gaming-Störung – etwa Kontrollverlust, starkes Verlangen zu spielen, Täuschungsverhalten oder Weiterspielen trotz negativer Folgen – durchgehend mit schlechteren Ergebnissen in allen untersuchten kognitiven Bereichen zusammenhingen.

Die reine tägliche Spielzeit zeigte dagegen, nachdem problematisches Spielverhalten statistisch berücksichtigt wurde, geringe, aber statistisch signifikante positive Zusammenhänge mit einzelnen kognitiven Fähigkeiten. Die Forschenden betonen jedoch ausdrücklich, dass daraus nicht abgeleitet werden kann, dass Videospiele die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern.

João Henrique von Team Spacestation Gaming, bekannt als „diaz“, wärmt sich in der Pariser La Défense Arena auf. (Symbolbild) ©APA/AFP/SIMON WOHLFAHRT

Die reine Spielzeit greift als alleiniges Maß zu kurz“, erklärt Dr. David Willinger, MSc, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich für Psychologische Methodenlehre der Karl Landsteiner Privatuniversität. „Ein Teenager, der viele Stunden konzentriert ein komplexes Strategiespiel spielt, agiert völlig anderes als jemand, der trotz negativer Folgen nicht mehr mit dem Spielen aufhören kann. Unsere Studie zeigt, warum die Forschung diese Nutzungsmuster klarer voneinander unterscheiden muss.

Unterschiede zwischen den Spielgenres

Die Studie untersuchte laut der Universität auch verschiedene Spielgenres. Demnach standen Strategie- und Rollenspiele stärker mit besseren logischen und verbalen Fähigkeiten in Zusammenhang. Shooter-Spiele wiederum zeigten den deutlichsten Zusammenhang mit dem Schweregrad einer Internet-Gaming-Störung.

Die Forschenden analysierten nach eigenen Angaben zudem einzelne beliebte Spieletitel, um Unterschiede innerhalb derselben Genres sichtbar zu machen. Dabei hätten Spiele mit Bau-, Planungs- oder textbasierten Elementen andere kognitive Zusammenhänge gezeigt als schnelle, actionorientierte Titel.

Forschende sehen Erklärung für widersprüchliche Studien

Nach Ansicht der Studienautoren könnten die Ergebnisse erklären, warum frühere Untersuchungen zu Videospielen häufig zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. In vielen Studien sei intensives Spielen mit einer tatsächlichen Gaming-Störung gleichgesetzt worden.

Durch den Einsatz sogenannter Strukturgleichungsmodelle trennten die Forschenden die Effekte von Spielzeit und problematischem Gaming voneinander. Zusätzlich wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schultyp sowie bevorzugte Spiele und Genres berücksichtigt. Die Autoren sehen darin eine differenziertere Grundlage für die Forschung sowie für Bildung, Prävention und klinische Beurteilungen.

(VOL.AT)

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