Wenn Aurel und Daniel Zehrer über die bevorstehende Best-of-five-Serie gegen den RHC Pully sprechen, dann klingt viel Entschlossenheit durch, aber keine Spur von Panik.
Der RHC Wolfurt steht vor dem Start in die entscheidende Phase der Saison, am Wochenende beginnt auswärts beim RHC Pully der Kampf um den Verbleib in der höchsten Schweizer Spielklasse.
Alles oder nichts
Für die beiden Brüder ist es eine Situation, die sie kennen, und eine, in der es vor allem auf Haltung ankommt. "Alle sind topmotiviert", sagt Aurel. Gleichzeitig sei allen bewusst, "dass es um den Klassenerhalt geht und es nicht einfach wird". Gerade deshalb wollen die Wolfurter Ruhe bewahren. "In so einer Serie kann alles passieren", betont der 30-Jährige.
Dass nun jedes Spiel über Wochen der Arbeit, Rückschläge und Hoffnungen entscheidet, ist in der Hofsteiggemeinde präsent. Der Play-off-Traum ist nach der 2:4-Niederlage in Genf geplatzt, zuletzt ging auch das letzte Spiel des Grunddurchgangs gegen Pully mit 2:3 verloren.
Nun treffen beide Teams erneut aufeinander, diesmal jedoch in einer Serie, in der es nur noch um eines geht: nicht abzusteigen. "Wir haben das die letzten Jahre schon mehrmals erleben müssen", sagt Aurel. Es sei "natürlich nicht das beste Gefühl", aber jetzt gelte es, "wenn nötig in fünf Spielen alles zu geben".
Kühler Kopf gefragt
Für den Kapitän ist in solchen Momenten weniger die Emotion als vielmehr der kühle Kopf entscheidend. "In so einer Serie entscheiden oft die Tagesform und Kleinigkeiten", sagt er. Deshalb sei es wichtig, nach einer Niederlage nicht die Nerven zu verlieren und nach einem Sieg nicht abzuheben.
Auch sein Bruder Daniel beschreibt vor dem Serienstart eine Mannschaft, die an sich glaubt. "Wir sind zuversichtlich und optimistisch, dass wir es wieder schaffen", sagt der 31-jährige Routinier. Der größte Unterschied zu einem normalen Ligaspiel? "Es herrscht eine gewisse Grundspannung und ein Alles-oder-nichts-Gefühl." Viel verändern will man dennoch nicht. Daniel formuliert es klar: "Es gilt, in der Serie Vollgas zu geben und alles zu versuchen, was wir können."
Zwischen Ruhe und Risiko
Der eine bringt Ruhe, Übersicht und Verantwortung als Kapitän ein, und der andere ist direkter, ungeduldiger und torgefährlicher. "Er ist von uns beiden eher der, der die Tore macht und vor dem Tor kaltschnäuziger agiert", sagt Aurel über seinen Bruder.
Daniel wiederum weiß um die Bedeutung der gemeinsamen Leidenschaft. "Wir leben für diesen Sport, geben alles und kämpfen gemeinsam", sagt er. Auch wenn Brüder auf dem Feld nicht immer nachsichtig miteinander umgehen. Gegenüber dem eigenen Bruder sei man "vielleicht noch einmal strenger", zugleich helfe es aber, schlechte Spiele gemeinsam besser zu verarbeiten, so Aurel.
Die Hofsteiger starten auswärts, was in einer langen Serie zum Nachteil werden kann. "Im schlimmsten Fall musst du drei Auswärtsspiele bestreiten", weiß Aurel. Umso wichtiger sei ein guter Start, "damit es gar nicht erst so weit kommt". Daniel bringt die Stärke des Teams auf den Punkt: "Wenn wir als Team zusammenhalten und jeder für jeden alles gibt, dann werden wir die Serie definitiv als Sieger beenden."
Während Wolfurt um den Ligaverbleib kämpft, geht es für den RHC Dornbirn in der Nationalliga B um die Rückkehr ins Oberhaus. Die Messestädter treffen im Play-off-Halbfinale auf den RHC Vordemwald und wollen nach einjähriger Abstinenz den Wiederaufstieg schaffen.
(VOL.AT)