Damit würde sich der Verlust innerhalb eines Jahres um rund 400 Millionen Euro erhöhen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Bei einem Gesamtbudget von 21 Milliarden Euro entspricht das laut Aussendung 4,29 Prozent.
Eine endgültige Zahl für 2025 liegt noch nicht vor. In der Aussendung wird ausdrücklich auf die "vierteljährliche Finanzvorschau im Februar" verwiesen. Es handelt sich damit um eine Prognose auf Basis aktueller Hochrechnungen. Der endgültige Rechnungsabschluss für ein Geschäftsjahr wird üblicherweise erst nach Abschluss aller Buchungen, Abrechnungen und Prüfprozesse erstellt. Dazu zählen etwa Nachverrechnungen mit Leistungserbringern, Spitälern oder im Arzneimittelbereich, die zeitversetzt einlangen. Erst nach diesen Abschlussarbeiten kann eine geprüfte Endzahl vorgelegt werden.
Schwache Wirtschaft und alternde Bevölkerung als Belastung
Die wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Einnahmen aus. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO rechnet mit einem Minus von 0,9 Prozent beim Wachstum. Da die ÖGK als beitragsfinanzierte Sozialversicherung stark von der Beschäftigung abhängt, schlagen sinkende Beschäftigtenzahlen direkt auf die Einnahmenseite durch.
Gleichzeitig steigt die Zahl älterer Menschen deutlich. Zwischen 2018 und 2024 ist die Bevölkerung in Österreich um 336.000 Personen gewachsen, davon sind 300.000 über 60 Jahre alt. Diese Altersgruppe weist mit durchschnittlich 17,6 Arztkontakten pro Jahr die höchste Inanspruchnahme bei Allgemeinmedizinern auf.
Die ÖGK hält in der Aussendung fest: "Die aktuelle Finanzlage zeigt, dass die Herausforderungen im Gesundheitswesen strukturelle Lösungen erfordern." Angesichts der demografischen Entwicklung sei eine "nachhaltige Finanzierung unumgänglich".
Mehr Leistungen, steigende Kosten
Im niedergelassenen Bereich sind die Ausgaben stark gestiegen. 2024 verzeichnet die ÖGK eine Ausgabensteigerung von 8,3 Prozent im Vertragsarztbereich. Trotz einer Verlagerung von Leistungen in den ambulanten Bereich zahlt die Kasse weiterhin "jährlich knapp 6 Milliarden Euro an die Spitäler".
Auch im Arzneimittelbereich steigen die Kosten deutlich. Insgesamt sind die Kosten pro Verordnung in den vergangenen fünf Jahren um rund ein Drittel gestiegen. 0,8 Prozent aller Verordnungen verursachen rund 41 Prozent der Gesamtkosten.
Bei Heilbehelfen und Hilfsmitteln ist seit 2020 ein Anstieg der Patientenzahlen um knapp 18 Prozent zu verzeichnen. Für 2024 ergibt sich laut Aussendung ein Mehraufwand von über 90 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.
Ruf nach zusätzlichem Bundesbeitrag
Die Gesundheitskasse arbeitet nach eigenen Angaben an einem Maßnahmenpaket zur Kostendämpfung. Effizienzsteigerungen und gezielte Einsparungen sollen die finanzielle Stabilität verbessern.
Zugleich wird ein zusätzlicher Finanzierungsbeitrag des Bundes eingefordert. "Dennoch ist klar, dass […] ein zusätzlicher Finanzierungsbeitrag des Bundes unumgänglich ist", heißt es in der Aussendung. Gleichzeitig betont die ÖGK: "Die Angstmache ist nicht angebracht." Man habe den gesetzlichen Auftrag, die Gesundheitsversorgung sicherzustellen.
98 Prozent des Budgets würden wieder direkt an Leistungen für Versicherte zurückfließen.
(VOL.AT)