Gewaltige Lawine verschlingt Basislager am Mount Everest
Eine Lawine hat vergangenen Dienstag nahe eines Basislagers im Himalaya für dramatische Szenen gesorgt. Videoaufnahmen zeigen, wie eine gewaltige Schneemasse den Hang hinunterrast und Bergsteigerinnen und Bergsteiger zwingt, Schutz in ihren Zelten zu suchen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass eine US-Bergsteigerin bei einer Lawine am Makalu ums Leben gekommen ist.
Die Aufnahmen der Lawine verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken. Zu sehen ist, wie sich die Schneewand mit hoher Geschwindigkeit auf das Lager zubewegt. Menschen laufen noch durch den Schnee, ehe die Sicht durch die heranrollenden Schneemassen nahezu vollständig verschwindet.
US-Bergsteigerin stirbt bei Abstieg vom Makalu
Wie der Veranstalter Expedition Himalaya am Dienstag mitteilte, wurde eine 53-jährige US-Bergsteigerin "kurz unterhalb von Lager 3" von einer Lawine erfasst. Die Frau hatte zuvor den 8.485 Meter hohen Makalu, den fünfthöchsten Berg der Welt, erfolgreich bestiegen.
Der Unfall ereignete sich beim Abstieg auf rund 7.200 Metern Höhe. Die Amerikanerin war gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und zwei nepalesischen Bergführern unterwegs gewesen.
Gefährliche Saison im Himalaya
Bereits zuvor kamen in der aktuellen Himalaya-Saison ein 38-jähriger Bergsteiger aus Tschechien sowie drei nepalesische Bergführer ums Leben.
Mit acht der zehn höchsten Berge der Erde zieht Nepal jedes Frühjahr Hunderte Alpinistinnen und Alpinisten an. Der Bergsteiger-Tourismus zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes. In diesem Jahr wurden laut Behörden mehr als 1.000 Aufstiegsgenehmigungen für 30 Gipfel vergeben – darunter 72 für den Makalu und 492 für den Mount Everest.
Der Makalu liegt südöstlich des Mount Everest und gilt wegen seiner steilen Flanken, extremen Wetterbedingungen und abgelegenen Lage als besonders anspruchsvoll. Die aktuellen Videoaufnahmen zeigen einmal mehr die enorme Gefahr, die im Himalaya selbst für erfahrene Bergsteigerinnen und Bergsteiger jederzeit besteht.
(VOL.AT)