Seit Jahrzehnten drehen sich Besucher auf der Stelle, nachdem sie ihre rechte Ferse auf die Hoden eines im Boden eingelassenen Stier-Mosaiks gesetzt haben. Der Brauch soll Glück bringen – hinterlässt mittlerweile aber deutliche Spuren.
Wie die deutsche Zeitung Bild berichtet, ist die stark beanspruchte Stelle des Mosaiks inzwischen so stark abgenutzt, dass dort ein deutliches Loch entstanden ist. Die letzte Restaurierung erfolgte demnach im Jahr 2017.
Restaurierung vor den Augen der Touristen
Seit dieser Woche ist die Attraktion abgesperrt. Restaurator Gianluca Galli arbeitet laut Medienbericht direkt vor Ort an der Wiederherstellung des Kunstwerks. Dabei werden die kleinen Mosaiksteine von Hand zugeschnitten und eingesetzt.
"Es ist wahrscheinlich eine charmante Geste, aber auch ziemlich schädlich für ein Kunstwerk", sagte Galli laut der Zeitung über das beliebte Glücksritual.
Die genaue Herkunft des Brauchs ist nicht eindeutig geklärt. Nach Angaben der Zeitung reicht die Tradition jedoch bis ins 19. Jahrhundert zurück und gehört heute zu den bekanntesten Touristenattraktionen der norditalienischen Metropole.
Auch andere Sehenswürdigkeiten betroffen
Das Problem ist nicht auf Mailand beschränkt. Wie das Onlineportal weiter berichtet, wurde auch die berühmte Julia-Statue in Verona durch ein ähnliches Glücksritual über Jahre hinweg beschädigt. Dort berühren Besucher die Brust der Figur, um Glück zu erlangen.
Während für den Besuch der Julia-Statue mittlerweile teilweise Gebühren anfallen, ist eine vergleichbare Regelung für das Stier-Mosaik in Mailand derzeit nicht vorgesehen. Die Restaurierungsarbeiten sollen das Kunstwerk nun wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Wie lange die Instandsetzung dauern wird, wurde zunächst nicht bekannt.
(VOL.AT)