Handschlag in Neu-Delhi: Blum setzt auf Wachstum in Indien
Handschlag mit Signalwirkung
Es ist ein Bild, das mehr erzählt als viele Zahlen: Martin Blum, Geschäftsführer der Julius Blum GmbH, schüttelt Indiens Premierminister Narendra Modi die Hand. Aufgenommen am 16. April in Neu-Delhi, am Rande des India–Austria Business Forum. Ein kurzer Moment – und doch einer, der sinnbildlich für eine strategische Verschiebung steht.
Blum selbst spricht in einem LinkedIn-Beitrag von einem "entscheidenden Moment" und einem "kraftvollen Signal gemeinsamen Ehrgeizes". Worte, die zeigen: Der Vorarlberger Industriebetrieb sieht im indischen Markt längst mehr als nur eine Exportdestination.
Indien rückt ins Zentrum der Strategie
Tatsächlich gewinnt Indien für Österreichs Wirtschaftspolitik zunehmend an Bedeutung. Rund 160 heimische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv, die Exporte erreichten zuletzt etwa 1,5 Milliarden Euro – ein Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.
"Indien zählt zu den größten Wachstums- und Zukunftsmärkten der Welt", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer im Rahmen der Wirtschaftsmission. Wer dort präsent sei, sichere "Wachstum, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich".
Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern und einem Wirtschaftswachstum von über sechs Prozent gehört Indien zu den dynamischsten Märkten weltweit. Gleichzeitig entwickelt sich das Land zu einem bedeutenden Industrie- und Technologiestandort – ein Umfeld, das gerade für exportorientierte Unternehmen aus Vorarlberg zunehmend interessant wird.
Blum setzt auf langfristiges Wachstum
Für Blum ist Indien kein Neuland. Das Familienunternehmen betreibt in Mumbai bereits einen eigenen Showroom und ein Trainingszentrum, dazu kommt ein Vertriebsnetz mit über 100 Partnern. Intern gilt der Subkontinent als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.
"Indien ist für uns einer der dynamischsten Wachstumsmärkte weltweit", betont Martin Blum. Treiber seien vor allem die rasche Urbanisierung, steigende Qualitätsansprüche und der Ausbau der Möbelindustrie.
Gleichzeitig richtet sich der Blick auch auf politische Rahmenbedingungen. Ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte Zölle deutlich senken und Marktzugänge erleichtern – aktuell liegen diese in Indien im Schnitt deutlich höher als in der EU.
Hoffnung auf Freihandelsabkommen
Für Unternehmen wie Blum wäre ein solches Abkommen ein entscheidender Hebel. "Das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien sehen wir bei Blum als Hoffnungsschimmer in einer Zeit, die eher von Abschottung und De-Globalisierung geprägt ist", so Blum. Neben neuen Absatzchancen gehe es auch um strategische Vorteile in der Beschaffung, etwa bei Rohstoffen wie Stahl.
Prognosen gehen davon aus, dass österreichische Exporte nach Indien durch ein Abkommen um bis zu 75 Prozent steigen könnten. Gleichzeitig wird mit Tausenden zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich gerechnet.
Wirtschaftspartnerschaft mit Perspektive
Die aktuelle Wirtschaftsmission verfolgt daher ein klares Ziel: neue Märkte erschließen, Kooperationen vertiefen und österreichische Unternehmen stärker international positionieren. Neben klassischen Industriebereichen rücken auch Zukunftsfelder wie Green Tech und Infrastruktur in den Fokus.
Der Handschlag zwischen Blum und Modi steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die weit über ein einzelnes Unternehmen hinausgeht. Es ist ein Signal dafür, dass sich Österreichs Wirtschaft neu orientiert – und dabei verstärkt auf Partnerschaften mit globalen Wachstumsmärkten setzt.
(VOL.AT)