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Hochbrisant: Nato fängt iranisches Geschoss über Nahost ab

Bild eines High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) zur Abwehr feindlicher Raketen.
Bild eines High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) zur Abwehr feindlicher Raketen. ©AFP
Eine ballistische Rakete sorgt am Mittwoch für Alarm in der Region. Sie kommt aus dem Iran, überfliegt zwei Länder – und wird gestoppt, bevor sie ihr mögliches Ziel erreicht. Trümmer fallen dennoch auf türkisches Gebiet.

Die Luftabwehr der Nato hat nach Angaben der Türkei eine vom Iran abgefeuerte Rakete abgefangen, noch bevor sie den türkischen Luftraum erreichte. Das teilte das türkische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Welches Nato-Mitglied die Rakete abgeschossen hat, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Flug über Irak und Syrien

Laut Ministerium hatte das Geschoss zuvor den Irak und Syrien überquert. Teile der eingesetzten Abwehrrakete gingen demnach in der südlichen Grenzprovinz Hatay auf freiem Gelände nieder. Es habe weder Tote noch Verletzte gegeben.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Verteidigungsministerium: "Wir erinnern daran, dass wir uns das Recht vorbehalten, auf jede feindselige Haltung gegenüber unserem Land zu reagieren." Und weiter: "Unser Wille und unsere Fähigkeit, die Sicherheit unseres Landes und unserer Bürger zu gewährleisten, stehen auf höchstem Niveau. Die Türkei ist in der Lage, unabhängig davon, von wem oder woher eine Bedrohung ausgeht, die Sicherheit ihres Staatsgebiets und ihrer Bürger zu gewährleisten und zu wahren."

Satement der Türkei. ©Türkisches Verteidigungsministerium

Klare Worte aus Brüssel

Die Nato stellte sich demonstrativ hinter ihr Mitglied. Sprecherin Allison Hart erklärte: "Wir verurteilen, dass der Iran auf die Türkei zielt. Die Nato steht fest an der Seite aller Verbündeten, einschließlich der Türkei, während Iran seine wahllosen Angriffe in der Region fortsetzt. Unsere Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit bleibt in allen Bereichen, insbesondere in der Luft- und Raketenabwehr, stark."

Die Türkei ist Teil des westlichen Militärbündnisses, pflegte zuletzt jedoch einen vergleichsweise zurückhaltenden Kurs gegenüber Teheran. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Der Nahe Osten könne zu einem "Feuerring" werden, warnte er, sollte der Konflikt weiter eskalieren.

Recep Tayyip Erdogan bei einer Pressekonferenz im Februar. ©AFP

(VOL.AT)

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