Schwerer Unfall beim MotoGP-Qualifying am Sachsenring: Marco Bezzecchi stürzt bei rund 140 km/h, bricht sich das Schlüsselbein und fällt für das Rennwochenende aus.
Schwerer Highsider im Qualifying
Für einen der dramatischsten Momente des MotoGP-Qualifyings am Sachsenring sorgte am Samstagvormittag Marco Bezzecchi. Der 27-jährige Italiener verlor in Kurve 7 bei rund 140 km/h die Kontrolle über seine Aprilia und wurde bei einem sogenannten Highsider mehrfach durch die Luft geschleudert.
Nach dem heftigen Unfall blieb der WM-Zweite zunächst im Kiesbett liegen.
Wenig später konnte Bezzecchi jedoch selbstständig aufstehen und wurde von Streckenposten zurück an die Box gebracht.
Nächster Rückschlag nach Assen
Für den Aprilia-Piloten ist es bereits der zweite schwere Sturz innerhalb kurzer Zeit. Erst vor zwei Wochen war Bezzecchi beim Grand Prix der Niederlande in Assen heftig verunglückt. Vor dem Rennwochenende in Deutschland hatte er erklärt: "Ich habe überall noch Schmerzen außer in den Armen. Mein Körper fühlte sich an wie zusammengepresst."
Die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Wochenende am Sachsenring endeten nun bereits im Qualifying.
Bradl erklärt die Unfallursache
ServusTV-Experte und Ex-MotoGP-Pilot Stefan Bradl führte den Unfall auf einen Fahrfehler zurück.
"Er schaltet vom dritten in den vierten Gang hoch. In dem Moment nimmst du aber das Gas weg und willst Richtung machen. Das ist zu viel für den Hinterreifen, und daraus resultiert der Highsider", erklärte Bradl während der Live-Übertragung.
Kurz nach dem Unfall verließ Bezzecchi die Aprilia-Box mit einer Armschlinge. Wie sein Team Aprilia später mitteilte, habe eine Röntgenaufnahme eine vollständige und verschobene Fraktur des linken Schlüsselbeins ergeben. Der vierfache Grand-Prix-Saisonsieger kehrt für die Operation nach Italien zurück und verpasst den Rest des Rennwochenendes, nach dem eine dreiwöchige Sommerpause folgt.
Marquez sichert sich Pole und Sprint-Sieg
An der Spitze setzte einmal mehr Marc Marquez ein Ausrufezeichen. Der Spanier sicherte sich die Pole Position und stellte mit einer Zeit von 1:19,041 Minuten einen neuen Rundenrekord am Sachsenring auf.
Marc Marquez holte sich dann auch den Sieg im Sprint. Der Spanier setzte sich am Samstagnachmittag auf dem Sachsenring vor seinem Bruder Alex Marquez und dem Italiener Fabio Di Giannantonio durch, wodurch ein Ducati-Dreifachsieg perfekt wurde. Für Marquez war es der 19. Sprintsieg seiner Karriere.
Marquez feierte einen Start-Ziel-Sieg, leistete sich in den 15 Runden keinen Fehler. In der Gesamtwertung verkürzte der 33-jährige Weltmeister (165 Punkte) den Rückstand auf den Führenden Jorge Martin (197), der nur Sechster wurde, auf 32 Punkte. Di Giannantonio ist Dritter (184). Das Hauptrennen geht am Sonntag (14 Uhr) über die Bühne, wobei Marc Marquez von der Pole Position startet.
(VOL.AT)