"Ich werde sterben" – Radprofi überlebt Horror-Sturz nur knapp
Schwere Verletzungen nach Sturz in Oman
Der 10. Februar wird Damien Touzé wohl für immer in Erinnerung bleiben. Auf der vierten Etappe der Tour de Oman stürzte der Profi des Cofidis-Teams schwer. Zunächst wurden ein Becken- und ein Oberschenkelbruch diagnostiziert – gravierende Verletzungen, aber offenbar nicht lebensbedrohlich.
Doch die Situation war ernster, als zunächst angenommen.
Wie die französische Sportzeitung "L’Equipe" berichtet, blieb eine Milzruptur zunächst unentdeckt. Erst später wurde die innere Verletzung erkannt – zu einem Zeitpunkt, als Touzé bereits hohes Fieber entwickelte und in akuter Lebensgefahr schwebte.
"Ich werde sterben"
Besonders dramatisch: Noch am Unfalltag rief Touzé seine Ehefrau an. Diese erinnert sich an das Gespräch: "Er weinte. Er sagte zu mir: ‚Ich werde sterben, sag unserem Sohn, dass ich ihn liebe.‘"
Sie habe versucht, ihn zu beruhigen, erzählt sie weiter. Doch gleichzeitig habe sie gespürt, dass mehr hinter seinen Worten steckte: "Ich sagte ihm, dass man an solchen Verletzungen nicht stirbt. Aber tief in meinem Inneren fühlte ich, dass es schlimmer war."
Auch Touzé selbst beschreibt die Situation rückblickend als beklemmend: "Ich hatte das seltsame Gefühl, dass ich sterben würde."
Erstversorgung unzureichend
Nach dem Sturz wurde der 29-Jährige zunächst in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Die Bedingungen dort beschreibt Touzé als schwierig: Es habe an grundlegender Ausstattung gefehlt, unter anderem an einem Röntgengerät. Die Ärzte versorgten zunächst nur die offensichtliche Beinverletzung.
Erst später erkannte die Teamärztin Annemie Batjoens die tatsächliche Schwere der Verletzungen. "Die Bauchverletzung war viel gravierender", wird sie in "L’Equipe" zitiert. Sie setzte sich dafür ein, Touzé in ein besser ausgestattetes Krankenhaus zu verlegen.
Ärztin rettete ihm das Leben
Diese Entscheidung dürfte entscheidend gewesen sein. Angehörige und Teamverantwortliche sind sich einig, dass Touzé ohne das Eingreifen der Teamärztin wohl nicht überlebt hätte.
"Ohne Annemie Batjoens wäre Damien nicht mehr hier", sagte Cofidis-Manager Raphael Jeune laut Bericht.
Nach seiner Rückkehr nach Europa wurde Touzé in Belgien weiterbehandelt. Dort musste er operiert werden, um die inneren Verletzungen zu versorgen.
Rückkehr ins Leben
Mittlerweile befindet sich der Franzose auf dem Weg der Genesung. Zuhause bei seiner Familie in Belgien macht er Fortschritte – er kann bereits wieder mit Krücken gehen.
(VOL.AT)