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IEA - Europa verfehlt Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas

Die EU legt in Sachen erneuerbare Energie um einiges zu. Für die Unabhängigkeit von Russland reicht es dennoch nicht.
Die EU legt in Sachen erneuerbare Energie um einiges zu. Für die Unabhängigkeit von Russland reicht es dennoch nicht. ©Canva, AFP, Reuters
Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat Europa seine Abhängigkeit von Öl und Gas bewusst gemacht und in Europa - wie auch weltweit - einen Boom beim Ausbau erneuerbarer Energie ausgelöst.

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2027 unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden. Die am Weg dorthin im Programm REPowerEU festgelegten Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energie werden jedoch laut Prognose der Internationalen Energieagentur IEA deutlich verfehlt.

Installierte Leistung weltweit in GWh 2010 bis 2027.
Installierte Leistung weltweit in GWh 2010 bis 2027. Quelle: IEA
©APA

Bis 2027 hält es die IEA für realistisch, dass der Anteil der Erneuerbaren in der Stromproduktion Europas auf fast 55 Prozent steigt - das reicht aber nicht am Weg zum EU-Ziel von 69 Prozent. Der Transportsektor könnte zu 16 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt sein - die EU bräuchte aber laut REPowerEU mehr als das doppelte. Und auch beim Heizen und Kühlen schafft die EU laut IEA-Prognose nur ein wesentlich geringes Wachstum als es nötig wäre.

Ausbau alternativer Energieträger gibt Hoffnung für Klimaziele

Der Krieg, dadurch steigende Preise und das Bewusstsein der drohenden Klimakrise treiben weltweit den Ausbau erneuerbarer Energieträger auf ungeahnte Höhen, so die am Dienstag veröffentlichte IEA-Prognose. Die IEA hat ihre Prognose für den Zuwachs bei Erneuerbaren im Vergleich zum Vorjahresbericht um 30 Prozent erhöht. Das deutlich beschleunigte Wachstum bei alternativen Energieträgern halte die Hoffnung am Leben, doch noch die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, schreibt die IEA.

Der Energiemix innerhalb der EU im Jahr 2020.
Der Energiemix innerhalb der EU im Jahr 2020. APA ©APA

Der weltweite Mehrbedarf an Strom kann zu über 90 Prozent mit Erneuerbaren gedeckt werden, im Wesentlichen mit Wind und Photovoltaik. Das bringt aber noch keinen Rückgang beim Einsatz fossilere Energieträger mit sich, sondern eine Stagnation bei der Kohleverstromung und einen leichten Anstieg für Gaskraftwerke.

Bis 2027: 40 Prozent des Weltstroms aus erneuerbarer Energie

Die installierte Leistung für PV wird sich im wahrscheinlichsten Szenario bis 2027 global auf 2.350 Gigawatt (GW) verdreifachen und dann höher sein als die Leistung bei Kohlekraftwerken. 2027 dürften auch erstmals mehr Windkraftwerke in Betrieb sein als Wasserkraftwerke. 40 Prozent des weltweiten Stroms werden dann aus erneubaren Quellen stammen. Große Photovoltaik-Anlagen sind in dieser Periode in einer Mehrheit aller Staaten die kostengünstigsten neuen Kraftwerke.

Die weltweite Kapazität Strom aus Wind zu erzeugen wird sich in den fünf Jahren bis 2027 verdoppeln. Europa wird aber Weltmarktanteile verlieren, weil das Wachstum in China und den USA deutlich höher ausfällt.

(APA)

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