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Operation "Ancora" zerschlug internationales Schleppernetzwerk

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) während der Pressekonferenz zur "OP Ancora".
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) während der Pressekonferenz zur "OP Ancora". ©APA
Steirische Ermittler haben mit der Operation "Ancora" ein internationales Schleppernetzwerk zerschlagen, das mehr als 100.000 Menschen illegal nach Mitteleuropa geschleust haben soll.

Dabei sollen Gewinne in Milliardenhöhe erzielt worden sein. Mehr als 130 Verdächtige wurden festgenommen, teilte die Polizei am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Graz mit. An den Ermittlungen waren mehrere Landespolizeidirektionen, das Bundeskriminalamt sowie Europol beteiligt.

©PI Spielfeld FGP

Schlepper-Unfall bei Grenzkontrolle war Ausgangspunkt

Ausgangspunkt war ein Unfall eines Schleppers bei der Flucht vor einer Grenzkontrolle im Dezember 2023 an einem kleineren Grenzübergang in der Südsteiermark, bei dem es auch zu einer Schussabgabe gekommen war. Rund eineinhalb Jahre lang wurde ermittelt und das - laut Ursula Auer, Leiterin der Abteilung Fremden- und Grenzpolizei - womöglich bisher größte Schleppernetzwerk Europas ausgeforscht. Die Rede war von rund 800 Mitgliedern, die in vier Hierarchieebenen zu finden waren. Es wurden Verdächtige aller drei unteren Ebenen festgenommen. Die oberste Ebene führt zum syrischen Al-Sarawi-Clan, bei dem sich die zentrale Führungsebene des Netzwerks befindet.

Handyshop als logistischer Dreh- und Angelpunkt

Die Täter haben die illegalen Migranten hauptsächlich aus der Türkei über die südliche Balkanroute nach vor allem durch Österreich nach Deutschland geschleust. Die "Kunden" bezahlten 10.000 bis 20.000 Euro für den Transit, die teilweise in bar oder auch im Voraus auf eine Art Konto eingezahlt wurden, wo in Tranchen je nach Ankunft des Migranten ausbezahlt wurde. Als logistischer Dreh- und Angelpunkt galt dabei ein Handyshop in Wien-Ottakring.

(APA)

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