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Immer mehr Mädchen greifen zu Drogen – Experten schlagen Alarm

Mädchen konsumieren früher – sexuelle Ausbeutung nimmt zu
Mädchen konsumieren früher – sexuelle Ausbeutung nimmt zu ©APA
Drogenberatungsstellen beobachten einen besorgniserregenden Anstieg des Drogenkonsums bei jungen Mädchen. Besonders Kokain gewinnt an Beliebtheit. Gleichzeitig nehmen Fälle zu, in denen Mädchen im Zusammenhang mit Drogen sexualisierte Gewalt durch ältere Männer erleben, schlagen Experten Alarm.

Mädchen zwischen 11 und 14 betroffen

Immer mehr junge Frauen greifen zu Drogen – und das in immer jüngerem Alter. Aktuell betrifft es sogar Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren, so der ORF. Die Innsbrucker Drogenberatungsstelle Z 6 spricht von einer alarmierenden Entwicklung. Geschäftsführer Gerhard Jäger sagt: "Die Zahl der Mädchen unter 18, die sich mit einem intravenösen oder hoch riskanten Drogenkonsum bei uns melden, hat sich seit 2020 mehr als vervierfacht."

Besonders Kokain gewinnt bei den jungen Konsumentinnen an Beliebtheit. Der Einstieg in die Drogenszene ist durch das Internet so einfach wie nie zuvor. Drogen können mit wenigen Klicks bestellt werden.

Drogenmissbrauch führt zu sexueller Ausbeutung

Neben dem Drogenkonsum selbst stellt die damit einhergehende sexualisierte Gewalt ein wachsendes Problem dar. Immer öfter geraten die Mädchen in Situationen, in denen sie unter Druck gesetzt werden, sexuelle Handlungen im Tausch gegen Drogen zu liefern.

Jäger berichtet von einem erschreckenden Fall, bei dem die Eltern eines Mädchens entdeckt haben, dass ihre Tochter Substanzen konsumiert hatte: "Im Gespräch hat sie ihnen dann gestanden, dass sie Kokain konsumiert hat. Auf die Frage, woher sie es hat, hat sie gesagt, sie hat es bekommen und dafür Nacktbilder von sich an einen Mann geschickt."

In einigen Fällen kommt es sogar zu massiven Übergriffen durch deutlich ältere Männer, erklärt Klaus Kapelari, ärztlicher Leiter des Gewaltschutzkompetenzzentrums der Klinik Innsbruck: "Aufgrund des steigenden Bedarfes der Jugendlichen wird natürlich auch der finanzielle Bedarf immer höher, den sie nicht decken können." Die nächste Stufe sei dann, dass es zu Live-Chats komme und in weiterer Folge zu Treffen in Wohnungen, die schließlich in tatsächlichen Vergewaltigungen enden können.

Wachsamkeit der Eltern gefordert

Experten raten Eltern, besonders aufmerksam zu sein und sich im Zweifel Hilfe zu holen. Abrupte Stimmungswechsel, Rückzug oder unerklärliche Geldprobleme können Warnsignale sein.

Trotz der alarmierenden Entwicklung gibt es auch einen positiven Trend: Immer mehr Jugendliche nehmen Hilfsangebote an. Die Drogenberatungsstelle Z 6 verzeichnete im vergangenen Jahr über 500 Beratungsgespräche.

(VOL.AT)

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