Inflation im Alltag: Deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Die Inflation in Österreich hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria lag sie im Jänner bei 2,0 Prozent, nach 3,8 Prozent im Dezember. Ausschlaggebend dafür waren vor allem gesunkene Energiepreise sowie Anpassungen im sogenannten Warenkorb, der über 700 Güter und Dienstleistungen umfasst und als Basis für die Berechnung der Teuerungsrate dient.
Bereits im Februar zog die Inflation allerdings wieder leicht an. Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen rechnen Experten mit weiterem Druck auf die Preise. Unabhängig davon bleibt das generelle Preisniveau im Land hoch.
Frauen empfinden Teuerung stärker
Eine repräsentative Studie von Shopfully in Zusammenarbeit mit marketagent zeigt klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während knapp 64 Prozent der Männer die Inflation als stark oder sehr stark belastend empfinden, liegt dieser Anteil bei Frauen bei rund 70 Prozent.
Besonders deutlich ist der Unterschied bei jener Gruppe, die von einer „sehr starken“ Belastung spricht: 38 Prozent der Frauen, aber nur 27 Prozent der Männer. Umgekehrt geben Männer doppelt so häufig an, kaum oder gar nicht betroffen zu sein (7 Prozent gegenüber 3 Prozent bei Frauen).
Unterschiedliches Einkaufsverhalten
Diese Wahrnehmung wirkt sich direkt auf das Konsumverhalten aus. Frauen setzen deutlich häufiger auf Sparmaßnahmen: 64 Prozent achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, bei Männern sind es 51 Prozent.
Auch beim Griff zu günstigeren Eigenmarken zeigt sich ein klares Bild. 42 Prozent der Frauen kaufen vermehrt solche Produkte, während es bei Männern nur 30 Prozent sind. Ebenso erwerben Frauen teurere Waren häufiger ausschließlich im Angebot.
Lebensmittel bleiben größter Kostentreiber
Am stärksten trifft die Teuerung weiterhin den Alltag: 82 Prozent der Befragten nennen Lebensmittel und Getränke als größte Belastung. Frauen sind hier mit 85 Prozent stärker betroffen als Männer (78 Prozent).
Auch bei Gesundheitsprodukten zeigt sich ein Unterschied: 33 Prozent der Frauen empfinden hier eine starke Belastung, bei Männern sind es 22 Prozent. Männer nennen hingegen öfter Preissteigerungen bei Elektronik (11 Prozent) und Sportartikeln (7 Prozent). Frauen wiederum spüren die Teuerung stärker bei Kleidung und Schuhen.
Wo besonders gespart wird
Frauen schränken ihren Konsum insgesamt stärker ein. In fast allen Bereichen liegen ihre Sparquoten über jenen der Männer. Ausnahmen bilden unter anderem Technik und Elektronik (je 30 Prozent), alkoholische Getränke (je 20 Prozent), Kaffee sowie Speiseöl.
Auffällig: Männer verzichten etwas häufiger auf Obst und Gemüse und geben öfter an, sich gar nicht einschränken zu müssen (23 Prozent gegenüber 16 Prozent bei Frauen).
Süßes, Mode und Schmuck auf der Streichliste
Bei Frauen stehen Süßigkeiten ganz oben auf der Liste der Einsparungen: 42 Prozent kaufen hier weniger. Dahinter folgen Kleidung und Schuhe (41 Prozent) sowie Schmuck und Accessoires (33 Prozent).
Auch bei Büchern und Magazinen wird häufiger gespart als bei Männern.
Bei Männern zeigt sich ein anderes Bild: Hier wird am ehesten bei Technik und Elektronik gespart (30 Prozent), gefolgt von Süßigkeiten und Bekleidung.
Rabattsuche gehört längst dazu
Der Blick ins Internet vor dem Einkauf ist für viele längst Routine. 86 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher informieren sich zumindest gelegentlich online über Produkte.
Fast die Hälfte sucht gezielt nach Rabatten, bevor sie einkaufen geht. Frauen agieren dabei besonders preisbewusst: 52 Prozent achten fast immer auf Angebote, bei Männern sind es 41 Prozent.
„Rabattsuche, bewusste Planung und der Griff zu günstigeren Alternativen sind für viele längst Routine. Gleichzeitig wird deutlich, dass Frauen Preissteigerungen stärker wahrnehmen und entsprechend konsequenter reagieren“, erklärte Alexandra Aichholzer, Country Manager von Shopfully Österreich.
Studie basiert auf über 1.000 Befragten
Für die Untersuchung wurden 1.057 Personen ab 14 Jahren in Österreich zwischen 27. August und 3. September 2025 online befragt. Die Studie gilt als repräsentativ.
(VOL.AT)