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Inflation soll 2026 auf 2,2 Prozent sinken: Regierung sieht "Trendwende"

Die Inflation in Österreich dürfte 2026 deutlich niedriger ausfallen als erwartet.
Die Inflation in Österreich dürfte 2026 deutlich niedriger ausfallen als erwartet. ©APA
Die Inflation in Österreich dürfte 2026 deutlich niedriger ausfallen als erwartet. Das IHS senkt seine Prognose auf 2,2 Prozent. Regierung und Ökonomen nennen konkrete Gründe – doch ganz risikofrei ist die Entwicklung nicht.

IHS senkt Inflationserwartung deutlich

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat am Montag seine Inflationserwartung für das Jahr 2026 von 2,5 auf 2,2 Prozent gesenkt. In der aktuellen Winterprognose sei damit eine spürbare Entspannung beim Preisauftrieb eingepreist worden, erklärte IHS-Ökonom Sebastian Koch.

Zum Vergleich: Die Inflation lag 2025 im Jahresschnitt bei 3,6 Prozent, im Dezember sogar bei 3,8 Prozent. Mit der neuen Prognose nähert sich Österreich wieder dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von rund zwei Prozent an.

Energiepakete und Steuersenkungen wirken

Laut IHS dämpfen vor allem staatliche Entlastungsmaßnahmen die Teuerung. Dazu zählen Energiepakete sowie Mehrwertsteuersenkungen, die bereits beschlossen wurden. Insgesamt drücken diese Maßnahmen die Inflation laut Berechnungen um rund 0,7 Prozentpunkte.

Allein die Senkung der Elektrizitätsabgabe bringt demnach zwischen 0,12 und 0,16 Prozentpunkte, Preissenkungen bei Verbund und EVN weitere 0,11 bzw. 0,05 Punkte. Der Sozialtarif wirkt mit etwa 0,03 Prozentpunkten.

Auch die Ausweitung der Mietpreisbremse auf bisher ungeregelte Mieten soll die Inflation um rund 0,13 Prozentpunkte senken. Die temporäre Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Grundnahrungsmittel dürfte laut IHS weitere 0,2 Punkte ausmachen.

"Basiseffekt" erklärt großen Teil des Rückgangs

Ein wesentlicher Grund für die niedrigere Inflationsrate ist ein statistischer Effekt. Der starke Preisschub bei Strom im Jahr 2025 fällt 2026 aus dem Vergleich heraus. Dieser sogenannte "Basiseffekt" macht laut IHS rund 0,8 Prozentpunkte des Rückgangs aus.

IHS-Ökonom Koch sprach deshalb von einem "technischen Update", bei dem aktuelle Marktentwicklungen und politische Maßnahmen neu berücksichtigt worden seien.

Regierung spricht von Erfolg ihrer Politik

Vertreter der Bundesregierung werteten die Prognosesenkung als Bestätigung ihres Kurses. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) bezeichnete die Entwicklung als "sehr erfreuliche Trendumkehr". Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verwies darauf, dass ein durchschnittlicher arbeitender Haushalt rund 900 Euro pro Jahr sparen könne.

Auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sieht die Regierung auf Kurs. Die Maßnahmen gegen die Teuerung würden wirken, erklärte er unter Verweis auf Mietpreisstopp und geplante Entlastungen bei Strom und Lebensmitteln. Neos-Budgetsprecherin Karin Doppelbauer betonte zudem die Notwendigkeit weiterer Reformen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Warnung vor neuen Risiken

Trotz der positiven Aussichten mahnt das IHS zur Vorsicht. Geopolitische Unsicherheiten könnten die Öl- und Gaspreise rasch wieder steigen lassen. Zudem steht 2026 eine Neugewichtung des Warenkorbs durch die Statistik Austria an, was zu statistischen Verschiebungen führen könnte.

Für den Jänner 2026 rechnet das IHS vorerst mit einer Inflationsrate zwischen 2,4 und 2,5 Prozent.

(VOL.AT/APA)

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