Iran-Teilnahme an WM wird immer fraglicher
Ein Start Irans bei der Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada wird zunehmend unwahrscheinlich. Hintergrund sind die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen, bei denen Israel und der WM-Co-Gastgeber USA Ziele im Iran beschossen haben.
"Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken", erklärte Irans Fußballpräsident Mehdi Taj. Die aktuelle Lage werde "auch in den sportlichen Betrachtungen ein Thema sein und erfordere eine Entscheidung". Deutlich wurde Taj auch politisch: "Das US-Regime hat unser Heimatland angegriffen, und das ist ein Vorfall, der nicht unbeantwortet bleiben wird." Die Perspektiven für eine Teilnahme bezeichnete er als derzeit "eher trübe".
Fifa setzt auf Sicherheit
Beim Weltverband hält man sich offiziell zurück. Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström sagte am Samstag in Wales, man werde die Situation "beobachten". Oberstes Ziel bleibe ein sicherer Ablauf des Turniers, bei dem alle qualifizierten Teams auch tatsächlich antreten können.
Auch aus dem Umfeld der Organisatoren kommen politische Töne. Andrew Giuliani, von Donald Trump als WM-Beauftragter eingesetzt, schrieb auf der Plattform X: "Morgen kümmern wir uns um Fußballspiele, heute feiern wir die Chance auf Freiheit."
Wer würde nachrücken?
Insider gehen inzwischen davon aus, dass Iran nicht in Nordamerika antreten wird. Sollte es zu einem Rückzug oder einem Ausschluss kommen, greift das Fifa-Regelwerk: Ein Land aus demselben Kontinentalverband würde nachrücken.
Im konkreten Fall wäre das zunächst der Irak, der jedoch noch im interkontinentalen Play-off steht. Sollte sich der Irak Ende März qualifizieren, könnten die Vereinigten Arabischen Emirate den freien Platz übernehmen.
Boykott bei Auslosung
Brisant ist auch der Blick zurück auf die Auslosung der Vorrundengruppen im Dezember in Washington. Iran blieb der Zeremonie fern. Laut Berichten soll die US-Regierung drei Funktionären – darunter Verbandspräsident Taj – die Einreisevisa verweigert haben.
Sportlich wäre Iran in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten gesetzt. Ob es tatsächlich zu diesen Begegnungen kommt, ist angesichts der geopolitischen Spannungen derzeit offen.
(VOL.AT)