Israels Botschaft erinnert an 70 Jahre Beziehungen mit Österreich
1956 wurde die volle Aufnahme der diplomatischen Beziehungen beschlossen und die Vertretungen zu Gesandtschaften aufgewertet. Es sei bemerkenswert, dass dies nur elf Jahre nach den grausamen NS-Verbrechen geschah.
1959 wurden die Beziehungen schließlich auf Botschafterebene gehoben. "Die Botschaften in Wien und Tel Aviv waren ein klares Statement für einen Dialog zwischen den beiden Staaten", betonte die Botschaft in einer Aussendung.
Beziehungen von Höhen und Tiefen geprägt
Die folgenden Jahrzehnte waren von Höhen und Tiefen zwischen Israel und Österreich geprägt. Nach der Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten und der internationalen Debatte über dessen Kriegsvergangenheit stufte Israel 1986 seine diplomatische Mission in Wien auf Geschäftsträgerebene herab. Erst mit dem Ende von Waldheims Amtszeit und dem Regierungswechsel in Israel, bei dem Yitzhak Rabin von der Arbeiterpartei Premier wurde, trat 1992 eine Entspannung ein. Die israelische Regierung entsandte wieder einen Botschafter nach Wien. Ein Jahr später legte der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) in einer Rede in der Hebräischen Universität zu Jerusalem ein historisches Bekenntnis zur österreichischen Mitverantwortung für die Opfer des Nationalsozialismus ab.
Aus Protest gegen den Regierungseintritt von Jörg Haiders FPÖ zog Israel im Februar 2000 abermals seinen Botschafter "auf unbestimmte Zeit" aus Wien ab. Die Botschaft wurde erneut auf Geschäftsträgerebene herabgestuft. Ein Jahr nach einer Einigung bei Restitutionsverhandlungen für Opfer des NS-Regimes wurde mit Kunststaatssekretär Franz Morak (ÖVP) ein erstes Mitglied der schwarz-blauen Bundesregierung zu einem Arbeitsbesuch nach Israel eingeladen. Israel pflegte offiziell auch weiterhin keine Kontakte mit Vertretern der FPÖ. Ende Jänner 2026 wurde jedoch überraschend eine Parlamentarierdelegation vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu empfangen, der auch der FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Harald Vilimsky, angehörte.
Botschafter: "Schmerzhafte und komplexe Geschichte"
Ursprünglich hätte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zum Anlass von 70 Jahren diplomatischer Beziehungen nach Israel reisen sollen. Der Besuch wurde jedoch wegen Terminproblemen kurzfristig verschoben. Israels Botschafter David Roet sagte am Montag: "Israel und Österreich haben eine schmerzhafte und komplexe Geschichte in eine Partnerschaft verwandelt, die auf Verantwortung, Vertrauen und echter Freundschaft basiert. Österreichs klares Bekenntnis zu seiner historischen Verantwortung legte den moralischen Grundstein für die starken und lebendigen Beziehungen, die wir heute feiern." Ein Jubiläum sei nicht nur ein Moment des Erinnerns, sondern auch eine Verpflichtung für die Zukunft.
(APA)