Jogging-App-Leak: Soldat verrät Position von französischem Flugzeugträger
Ein französischer Marinesoldat hat durch die Nutzung der Fitness-App Strava unbeabsichtigt die Position des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" offengelegt. Laut einem Bericht der Zeitung "Le Monde" war das Profil des Soldaten öffentlich einsehbar – inklusive seiner Laufstrecken direkt an Bord des Schiffes.
Joggingdaten verraten Standort im Mittelmeer
Dem Bericht zufolge konnte am 13. März nahezu in Echtzeit verfolgt werden, wie der Soldat auf dem fahrenden Flugzeugträger im Mittelmeer nordwestlich von Zypern trainierte. Die aufgezeichneten Routen machten Rückschlüsse auf die genaue Position des Kriegsschiffs möglich.
Die "Charles de Gaulle" war Anfang März gemeinsam mit Begleitschiffen ins Mittelmeer verlegt worden – kurz nach Beginn des Iran-Kriegs. Damit handelte es sich um eine militärisch besonders sensible Operation.
Auch frühere Aufenthalte nachvollziehbar
Das öffentlich zugängliche Profil lieferte laut "Le Monde" noch weitere Hinweise: Ende Februar war derselbe Nutzer in Kopenhagen aktiv – zeitgleich lag der Flugzeugträger im nahe gelegenen Malmö vor Anker.
Die Daten ermöglichten somit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern auch die Nachverfolgung von Bewegungen über mehrere Wochen hinweg.
Militär prüft Konsequenzen
Der Generalstab der französischen Armee kündigte "angemessene Maßnahmen" an, sollte sich der Bericht bestätigen. Das Verhalten widerspreche klar den geltenden Sicherheitsvorschriften.
Zugleich betonte das Militär, dass Angehörige regelmäßig über Risiken bei der Nutzung von Mobilgeräten informiert werden – insbesondere im Einsatz.
Fitness-Apps immer wieder Sicherheitsrisiko
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Sicherheitslücken ein:
- 2018 zeigten Strava-Daten Bewegungsmuster von US-Soldaten in Krisengebieten
- 2023 berichtete "Le Monde", dass Leibwächter internationaler Staatschefs ihre Standorte preisgaben
- Auch russische Sicherheitskräfte sollen betroffen gewesen sein
Die Daten solcher Apps könnten im Extremfall für Anschlagsplanungen oder militärische Auswertungen genutzt werden.
(VOL.AT/APA/AFP)