Johanna G. ist tot: Cobra-Beamter mit Teilgeständnis – Polizei nennt Details zum Fall
Am Dienstag durchkämmten Einsatzkräfte erneut die Umgebung von Tillmitsch auf der Suche nach Spuren im Fall der vermissten Johanna G.
Verdächtiger Polizist geständig
Die traurige Gewissheit steht nun fest: Johanna G. ist tot. Der verdächtige Polizist, der bereits seit Montag in Haft ist, hat laut Polizeiangaben am Dienstagnachmittag zugegeben, die 34-Jährige getötet und vergraben zu haben. Er führte die Ermittler zu einem Grundstück in der Südoststeiermark – jenem seiner Eltern –, wo die Leiche gefunden und kriminaltechnisch untersucht wurde.
Laut Polizei lief zu diesem Zeitpunkt noch die Einvernahme des Verdächtigen, eines Beamten der Cobra. Er habe angegeben, die Frau bei einvernehmlichem Geschlechtsverkehr im Auto unbeabsichtigt mit einem Schal erdrosselt zu haben. Eine Bestätigung dieser Darstellung durch die Polizei liegt nicht vor.
Pressekonferenz für Mittwochvormittag angesetzt
Der Verdächtige wurde in der Nacht in die Justizanstalt Graz-Jakomini überstellt. Eine Entscheidung über die Verhängung der Untersuchungshaft wird für Mittwoch erwartet. Polizei und Staatsanwaltschaft informieren um 10.30 Uhr über den Ermittlungsstand.
Waffenfund belastete Verdächtigen zusätzlich
Bereits zuvor war der Druck auf den 30-Jährigen gestiegen. Wie aus Ermittlungskreisen bekannt wurde, fanden Beamte bei einer Hausdurchsuchung auf dem Anwesen seiner Eltern zwei gestohlene Dienstwaffen – eine Polizeipistole vom Typ Glock 17 sowie eine Trainingswaffe. Die Herkunft der Waffen stammt aus früheren Dienstverhältnissen des Beschuldigten. Der Fund steht zwar nicht im direkten Zusammenhang mit der Tötung von Johanna G., stellt jedoch ein schweres Dienstvergehen dar.
Erste Ungereimtheiten am Sonntag
Schon bei der ersten Befragung am Sonntag hatte sich der Verdächtige, der zunächst als Zeuge einvernommen wurde, in Widersprüche verwickelt. Dabei ging es um die Art der Beziehung zur Vermissten. Zunächst hatte er angegeben, lediglich online mit ihr in Kontakt gewesen zu sein. Später räumte er mehrere Treffen ein – zuletzt am Freitagnachmittag. Handy-Standortdaten und Chatverläufe widersprachen seinen ursprünglichen Aussagen deutlich.
Am Montag wurde der Mann festgenommen. Nachdem er am Dienstag mit neuen Erkenntnissen konfrontiert worden war, legte er ein Teilgeständnis ab und zeigte den Fundort der Leiche.
Ein mögliches Motiv kristallisierte sich ebenfalls heraus: Die Getötete soll ihrem Umfeld gegenüber von einer Schwangerschaft berichtet haben. Ob sie tatsächlich schwanger war und ob der Verdächtige als Vater infrage kommt, soll die Obduktion klären.
Auftritt im Fernsehen
Der 30-Jährige, aus einer Polizistenfamilie in der Südoststeiermark stammend, galt innerhalb der Cobra Süd als pflichtbewusst und sportlich erfolgreich. In seiner Freizeit engagierte er sich im Kampfsport, war in einem Verein aktiv und trat auch im Fernsehen auf.
Johanna G. stammte ursprünglich aus Anger (Bezirk Weiz), lebte später im Bezirk Deutschlandsberg und zog nach einer Trennung im Herbst nach Tillmitsch. Sie arbeitete als selbstständige Fitnesstrainerin und Wellnesscoach. Ihre Leidenschaft für Sport, Eisbaden und Kickboxen dokumentierte sie regelmäßig auf sozialen Netzwerken.
(VOL.AT)