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Jung, unabhängig – und einsam? Neue Studie zeigt Belastung durch dauerhaftes Single-Leben

Langzeit-Singles: Wenn die Lebenszufriedenheit leidet.
Langzeit-Singles: Wenn die Lebenszufriedenheit leidet. ©CANVA
Immer mehr junge Erwachsene in Österreich leben ohne feste Beziehung – das hat nicht nur soziale, sondern auch psychische Folgen. Eine groß angelegte Studie zeigt nun, wie sich anhaltendes Single-Sein auf das Wohlbefinden auswirken kann.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich leben in einem Einpersonenhaushalt. Gerade unter jungen Erwachsenen ist der Trend zur Beziehungslosigkeit besonders stark ausgeprägt. Während das Single-Dasein oft als Zeichen von Selbstverwirklichung gilt, warnt eine aktuelle Studie der Universität Zürich vor langfristigen psychischen Belastungen durch ein Leben ohne Partnerschaft.

Die im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlichte Untersuchung analysierte Daten von über 17.000 jungen Erwachsenen aus Deutschland und Großbritannien. Alle waren zu Beginn der Studie zwischen 16 und 29 Jahren alt und noch ohne Beziehungserfahrung. Über mehrere Jahre wurde ihr psychisches Wohlbefinden dokumentiert – mit klaren Tendenzen.

Wen das Alleinsein am häufigsten trifft

Besonders häufig ohne Beziehung blieben Männer, höher Gebildete sowie Personen, die allein oder bei den Eltern lebten. Auch ein bereits zu Studienbeginn geringes Wohlbefinden erhöhte die Wahrscheinlichkeit, länger Single zu bleiben.

"Sowohl soziodemografische Merkmale wie der Bildungsstand als auch psychologische Faktoren beeinflussen, ob und wann jemand eine Partnerschaft eingeht", erklärt der Psychologe Michael Krämer, der das Forschungsteam an der Universität Zürich leitete. Dass Karriere- oder Ausbildungsziele Beziehungen verzögern, sei soziologisch gut belegt.

Lebenszufriedenheit nimmt ab – Einsamkeit nimmt zu

Besonders interessant: Wer über Jahre hinweg keine Partnerschaft einging, berichtete im Laufe der Zeit von einem deutlichen Rückgang der Lebenszufriedenheit. Gleichzeitig nahmen Gefühle von Einsamkeit und depressiver Verstimmung zu – am stärksten in den späten Zwanzigern. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern fielen dabei gering aus.

Umgekehrt verbesserte sich das Wohlbefinden spürbar bei jenen, die ihre erste Beziehung eingingen: mehr Zufriedenheit, weniger Einsamkeit – auch langfristig. Nur depressive Symptome zeigten keine klare Besserung.

Schwieriger Neustart mit Ende 20

Die Daten legen nahe, dass es mit zunehmendem Alter schwerer wird, eine erste Beziehung aufzubauen – insbesondere, wenn das psychische Wohlbefinden bereits leidet. "Ein längeres Single-Dasein im jungen Erwachsenenalter ist mit moderaten Risiken für das Wohlbefinden verbunden", so Krämer.

In der Jugend unterschieden sich die Gruppen kaum. Doch mit jedem weiteren Jahr des Alleinseins wurden die Unterschiede deutlicher – ein Hinweis darauf, wie sich Einsamkeit und seelische Belastungen gegenseitig verstärken können.

(VOL.AT)

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