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Kontoauszüge statt offene Arme

Traumziel macht ernst: Ohne Geld kein Urlaub.
Traumziel macht ernst: Ohne Geld kein Urlaub. ©CANVA
Künftig sollen Tourist:innen ihre finanziellen Mittel offenlegen müssen. Ziel ist es, Massentourismus einzudämmen und die Insel zu entlasten.

Die indonesische Ferieninsel Bali, Traumziel für Millionen, will offenbar künftig genau wissen, wer ins Land kommt – und vor allem, ob sich Reisende den Aufenthalt leisten können. Laut Gouverneur I Wayan Koster sollen Touristen bereits vor der Einreise ihre Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegen. Eine fixe Mindestsumme sei zwar nicht festgelegt, aber: Die finanziellen Mittel müssen zum Reiseplan passen.

Kontrolle vor dem Abflug

Knapp 280.000 Deutsche zieht es jährlich nach Bali. Viele suchen dort Entspannung, Spiritualität oder günstiges Surfvergnügen. Doch künftig könnten sie bei der Einreise unerwartete Hürden überwinden müssen. Neben dem Pass könnten bald auch private Finanzdaten zur Pflicht werden.

"Die Regierung will sicherstellen, dass Touristen ihren Aufenthalt vollständig selbst finanzieren können", erklärte Gouverneur Koster. Wer lediglich über Mittel für eine Woche verfüge, solle auch nur für diese Dauer einreisen. Gleichzeitig werde ein "Qualitäts-Tourismus" angestrebt, bei dem Reisende nicht nur konsumieren, sondern einen positiven Beitrag für die Region leisten.

Reisepläne müssen plausibel sein

Ein offizieller Schwellenwert, wie viel Geld auf dem Kontoauszug stehen muss, ist bislang nicht genannt worden. Stattdessen wolle man prüfen, ob der angegebene Reiseplan mit dem verfügbaren Budget zusammenpasst. Auch Rückflugtickets und konkrete Reiseverläufe könnten zur Einreisebedingung werden.

Kritik kommt unterdessen aus der Branche selbst. Vertreter der Hotellerie und Gastronomie zeigen sich wenig begeistert, Tourismus-Experten äußern zudem Zweifel an der Aussagekraft von Kontoauszügen. Ob jemand liquide sei oder nicht, lasse sich daraus nicht immer zweifelsfrei ableiten, heißt es. Auch Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre stehen im Raum.

Vom Paradies zum Problemfall?

Bali zählt mit über 7.000.000 Besuchern jährlich zu den meistfrequentierten Reisezielen Südostasiens. Die Kehrseite des Booms: Verkehrschaos, überfüllte Strände, Müllprobleme und zunehmende Wasserknappheit in der Trockenzeit. Für viele Einheimische und Stammgäste hat sich die Trauminsel zur Tourismusfalle gewandelt.

(VOL.AT)

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