Kreml-Lüge enttarnt: Trump teilt nach CIA-Briefing Putin-Kritik
Wenige Tage nach scharfer Kritik an der Ukraine hat US-Präsident Donald Trump eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Auf seiner Plattform Truth Social verbreitete er einen Kommentar der „New York Post“, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin frontal angreift. Der Text bezeichnet Putin als „Hindernis für den Frieden“ und erklärt sogar, dass Angriffe auf ihn „mehr als gerechtfertigt“ seien.
Noch vergangene Woche hatte Trump Kiew vorgeworfen, einen Anschlag auf Putins Residenz in der Region Nowgorod verübt zu haben. Nun stellt sich heraus: Diese Anschuldigungen sind offenbar haltlos – das jedenfalls geht aus einem CIA-Briefing hervor, das Trump am Mittwoch durch CIA-Chef John Ratcliffe erhalten haben soll.
CIA widerspricht russischer Darstellung
Die Enthüllungen aus dem Briefing stützen sich auf Recherchen mehrerer US-Medien, darunter das „Wall Street Journal“, PBS und CNN. Demnach liegen dem US-Auslandsgeheimdienst keine Hinweise darauf vor, dass die Ukraine gezielt Putins Anwesen angegriffen habe. Stattdessen habe sich ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf ein militärisches Ziel in der Region gerichtet – fernab von Putins geheimer Residenz.
Russland hingegen hatte in den Tagen zuvor massive Vorwürfe erhoben: Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem „versuchten Terroranschlag“ und behauptete, es seien 91 ukrainische Drohnen über Putins Wohnsitz abgeschossen worden. Beweise legte Moskau nach – allerdings handelt es sich laut ukrainischem Geheimdienst um Fälschungen. Auch unabhängige Militärexperten zweifeln an der Echtheit der präsentierten Trümmerteile.
Vom Putin-Versteher zum Kritiker?
Der Tonfall von Trump ist deshalb umso bemerkenswerter. Der republikanische Präsident galt in der Vergangenheit als jemand, der Putin zumindest rhetorisch oft schonte. Dass er nun einen Kommentar teilt, in dem es heißt, die Welt brauche „keine Krokodilstränen von Putin“, sondern „mehr Druck“, überrascht – und sendet ein deutliches Signal.
Was die Wende ausgelöst hat, bleibt Spekulation. Dass sie unmittelbar nach dem Geheimdienst-Briefing erfolgte, legt nahe: Trump ließ sich möglicherweise von den CIA-Erkenntnissen überzeugen – oder er reagierte auf die zunehmende Skepsis in den Reihen seiner Unterstützer.
Friedensgespräche trotz Spannungen
Trotz dieser Eskalation auf der rhetorischen Bühne gehen die diplomatischen Bemühungen weiter. Noch am Silvestertag traf sich US-Sondergesandter Steve Witkoff mit europäischen Partnern – darunter der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz. Ziel der Gespräche waren neue Sicherheitsgarantien und Mechanismen zur Deeskalation.
Ukrainischen Angaben zufolge soll es am 3. Januar ein Treffen nationaler Sicherheitsberater geben, bei dem der Friedensprozess vertieft werden soll. Ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs ist für den 6. Januar angesetzt. Ob Russland sich daran beteiligt, ist allerdings fraglich – nicht zuletzt nach Trumps öffentlicher Kritik an Putin.
Zwei Präsidenten, zwei Botschaften zum Jahreswechsel
Während Putin in seiner Neujahrsansprache ungebrochen siegessicher auftrat – „Wir glauben an unseren Sieg“ –, setzte sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj auf Hoffnung und Durchhaltewillen. „Wir glauben an den Frieden, kämpfen dafür und arbeiten dafür“, schrieb er auf Facebook.
In der Neujahrsnacht lieferten sich beide Länder ein erneut intensives Drohnengefecht. Über Moskau wurde kurz vor Mitternacht eine Kampfdrohne abgeschossen, auch Kiew und Odessa meldeten Angriffe. Die militärische Lage bleibt angespannt – ebenso wie die politische.
(VOL.AT)