Ein Linienflug der Lufthansa von München in die saudische Hauptstadt Riad ist am Freitag kurzfristig umgeleitet worden. Der Airbus A350-900 drehte im Anflug ab und steuerte stattdessen den Flughafen in Kairo an.
Konzernchef Carsten Spohr bestätigte den Vorfall in Frankfurt. "Sicherheit geht vor", sagte er. Nach Angaben der Airline war der Flughafen in Riad zum Zeitpunkt des geplanten Anflugs gesperrt. Eine direkte Landung sei daher nicht möglich gewesen.
Passagiere in Kairo umgebucht
Die Passagiere des Hinflugs – laut Lufthansa nur wenige – verließen das Flugzeug in Ägypten und wurden von dort aus auf andere Verbindungen umgebucht. Der Airbus sollte am Abend ohne Fluggäste weiter nach Riad fliegen, nachdem der Airport wieder geöffnet worden war. Dort soll die Maschine den regulären Rückflug übernehmen.
Dieser ist laut Lufthansa voll gebucht und wird am Samstag um 7.00 Uhr in München erwartet – allerdings mit Verspätung.
Angespannte Sicherheitslage
Hintergrund der Sperre ist die derzeit angespannte Lage in der Region. Mehrere Flughäfen in der Golfregion sind wegen iranischen Beschusses geschlossen oder nur eingeschränkt in Betrieb. Lufthansa-Chef Spohr stellte in Aussicht, dass es in den kommenden Wochen vermehrt zu ähnlichen Situationen kommen könne.
Zunächst hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet, bei dem betroffenen Flug handle es sich um einen Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung. Auf Nachfrage stellte die Lufthansa jedoch klar, dass es ein regulärer Linienflug aus München gewesen sei.
Weitere Evakuierungsflüge gelandet
Unabhängig davon sind zuletzt erneut von der Bundesregierung organisierte Evakuierungsflüge in Deutschland angekommen. Am Freitag landete laut Flughafenangaben eine Maschine der Fluggesellschaft Condor aus Maskat (Oman) kurz vor 11 Uhr in Frankfurt am Main. In der Nacht hatte es eine Zwischenlandung im ägyptischen Hurghada gegeben.
Der Flug war ursprünglich bereits am Donnerstagabend erwartet worden, hatte sich jedoch erheblich verzögert. Maskat ist derzeit einer der wenigen Flughäfen in der Golfregion, die nicht von Sperren betroffen sind. Reisende aus anderen Staaten wurden teils auf dem Landweg dorthin gebracht.
Bereits am Donnerstagmorgen war ein erster Evakuierungsflug aus Maskat in Frankfurt gelandet. An Bord eines Airbus A340 der Lufthansa befanden sich nach Angaben des deutschen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mehr als 250 Menschen. Geplant sind mindestens zwei weitere von der Bundesregierung organisierte Evakuierungsflüge – einer erneut aus Maskat, ein weiterer aus Saudi-Arabien. Zusätzlich bieten auch private Reiseanbieter entsprechende Verbindungen an.
(VOL.AT)