Loacker Recycling zeigt Stabilität in volatilen Zeiten
Mit einer neuen Serie blicken wir hinter die Zahlen der heimischen Wirtschaft. Regelmäßig analysieren wir veröffentlichte Jahresabschlüsse von Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Heute in Teil 16: die Loacker Recycling GmbH.
Die Loacker Recycling GmbH aus Götzis hat im Geschäftsjahr 2024 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Der international tätige Konzern zählt zu den führenden Recycling- und Entsorgungsunternehmen im Alpenraum und betreibt über 40 Standorte in sieben Ländern. Insgesamt umfasst der Konzern 23 Gesellschaften in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Ungarn, der Slowakei und Liechtenstein.
Umsatz leicht im Plus
Der Konzernumsatz kletterte 2024 auf 940 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahr 2023 bedeutet das ein Plus von 2,3 Prozent. Nach dem deutlichen Rückgang 2023 zeichnet sich damit eine Stabilisierung ab, auch wenn das Niveau der Rekordjahre 2021 und 2022 unerreicht bleibt. Diese Hochphase war von außergewöhnlich hohen Rohstoff- und Schrottpreisen geprägt.
Das jüngste Umsatzwachstum gelang trotz leicht rückläufiger Mengen. Laut Geschäftsbericht war dies vor allem höheren Metallpreisen, einem günstigeren Produktmix sowie einer stärkeren Veredelung der Stoffströme zu verdanken. Regional entfielen 460 Millionen Euro auf das EU-Ausland, 325 Millionen Euro auf Österreich und 155 Millionen Euro auf Drittländer. Der Großteil des Umsatzes stammt aus dem Handel mit Altmaterialien, insbesondere Schrott und Metallen.
Größe & Struktur
Umsatz- und Bilanzentwicklung
Mitarbeiterentwicklung
Ergebnis deutlich verbessert
Auch beim Ertrag lief das Jahr positiv. Der Betriebserfolg stieg von rund 40 auf 44 Millionen Euro, der Jahresüberschuss erreichte 34 Millionen Euro. Die Umsatzrendite verbesserte sich damit auf gut fünf Prozent. Zur Ergebnissteigerung trugen neben den Preisentwicklungen auch Effizienzmaßnahmen, Kostenkontrolle und strukturelle Anpassungen im operativen Geschäft bei.
Auch der operative Cashflow unterstreicht die stabile Entwicklung. Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit erreichte 2024 77 Millionen Euro und lag damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 80 Millionen Euro.
Im Mehrjahresvergleich zeigt sich ein differenziertes Bild: Während 2021 und 2022 Umsatz- und Ergebnisspitzen brachten, fiel der operative Cashflow 2022 vorübergehend niedriger aus. Grund war die hohe Kapitalbindung in Lagerbeständen und Forderungen durch stark gestiegene Rohstoffpreise. Erst mit dem Abbau dieses Working Capitals erreichte der Cashflow 2023 und 2024 wieder ein nachhaltig hohes Niveau.
Ergebnis & Rentabilität
Gewinnentwicklung
Rentabilitätskennzahlen
Konzernbilanz weiter gewachsen
Parallel dazu hat sich auch die Bilanzstruktur weiter verbessert. Die Bilanzsumme wuchs auf 552 Millionen Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 297 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote beträgt damit rund 54 Prozent.
Bilanzstruktur
Eigenkapitalquote
2024 war auch von Investitionen und Zukäufen geprägt. Mit der Übernahme der Almeta Recycling AG in Bellach und der Vögele Recycling AG in Chur stärkte Loacker seine Position in der Schweiz. Parallel investierte das Unternehmen weiter in Standorte, Anlagen und Technik. Das Anlagevermögen stieg auf 357 Millionen Euro.
Gut aufgestellt
Zu den aktuellen Geschäftszahlen wollte sich die Geschäftsleitung auf Anfrage nicht äußern. Im jüngsten Lagebericht zeigt sich das Unternehmen jedoch vorsichtig zuversichtlich. Während der Schrottmarkt von einer stabilen Nachfrage profitieren dürfte, wird der Wertstoffbereich weiterhin als herausfordernd eingeschätzt. Insgesamt sieht sich Loacker Recycling auf Basis der soliden Bilanz- und Ertragsstruktur gut aufgestellt.
Kennzahlen – kurz & verständlich
Umsatz (Umsatzerlöse)
Entgelte aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit innerhalb des Geschäftsjahres gemäß UGB (netto, ohne USt).
Bilanzsumme
Summe der Aktiva (entspricht Summe der Passiva) am Bilanzstichtag – misst die Unternehmensgröße.
Eigenkapital
Reinvermögen der Eigentümer am Stichtag (gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag, Jahresergebnis).
Mitarbeitende
Durchschnittliche Kopfzahl bzw. am Stichtag beschäftigte Personen (je nach Quellenlage).
Operativer Gewinn (EBIT)
Ergebnis aus dem Kerngeschäft vor Zinsen und Steuern (UGB-GuV: Betriebsergebnis).
Jahresüberschuss
Ergebnis nach Steuern der Periode (vor Gewinnverwendung/Ausschüttung).
Cashflow
Zahlungsmittelüberschuss der Periode; üblicherweise der operative Cashflow aus der Kapitalflussrechnung.
Operative Gewinnmarge
Anteil des operativen Gewinns am Umsatz (EBIT-Marge).
Marge = EBIT ÷ Umsatzerlöse × 100 %Eigenkapitalrendite (ROE)
Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals im Jahresverlauf (gebräuchliche Standarddefinition).
EK-Rendite = Jahresüberschuss ÷ durchschnittliches Eigenkapital × 100 %Eigenkapitalquote
Finanzierungsstruktur: Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme.
EK-Quote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme × 100 %Nettoverschuldungsgrad
Der Nettoverschuldungsgrad gibt an, in welchem Verhältnis die Nettoverschuldung zum Eigenkapital des Unternehmens steht
Nettoverschuldungsgrad = (Nettoverschuldung×100) ÷ Eigenkapital inkl. Investitionszuschüsse(VOL.AT/VN)