"Lonely Penguin": Warum ein einzelner Pinguin zum Meme wurde
Der Clip stammt aus einer 2007 gedrehten Dokumentation, in der Regisseur Werner Herzog den Pinguinforscher David Ainley bei seiner Arbeit begleitet. Schauplatz ist die Antarktis. Im Fokus stehen Adéliepinguine – eine Art, die in großen Kolonien lebt und deren Fortpflanzung und Orientierung stark an diese sozialen Strukturen gebunden ist.
In einer Szene ist zu sehen, wie ein einzelner Pinguin die Kolonie verlässt. Er bewegt sich nicht in Richtung Wasser oder bekannter Nahrungsplätze, sondern läuft allein geradeaus. Herzog kommentiert das Verhalten mit dem Hinweis, der Pinguin laufe vermutlich in seinen Tod. Dann stellt Herzog die Frage, die inzwischen auch unzählige Nutzer im Netz bewegt: "But why?" – also: Warum?
Verhalten gilt als ungewöhnlich
Adéliepinguine legen mitunter weite Strecken allein oder in kleinen Gruppen zurück. Dennoch gilt das beobachtete Verhalten als ungewöhnlich, da es keinem erkennbaren Zweck folgt. Laut Experten könnte es sich um eine Fehlorientierung oder eine stressbedingte Reaktion handeln. Eine abschließende Erklärung wurde nicht gegeben.
Warum die Kolonie überlebenswichtig ist
Für Adéliepinguine ist die Kolonie zentral: Sie dient als Brutstätte, erleichtert die Partnersuche und bietet Schutz vor Raubtieren und extremen Wetterbedingungen. Während der Brutzeit kehren viele Tiere über lange Distanzen an denselben Ort zurück. Wer sich dauerhaft entfernt, erhöht das Risiko, zu erfrieren oder zu verhungern.
Soziale Verhaltensweisen im Fokus
Neben dem "Lonely Penguin" ist auch das sogenannte "Pebbling" ein häufig dokumentiertes Verhalten bei Adéliepinguinen. Dabei sammeln die Tiere kleine Steine, die sie potenziellen Partnern überreichen – ein Bestandteil der Balz und des Nestbaus. Der Begriff hat inzwischen auch in sozialen Netzwerken Verbreitung gefunden und steht dort symbolisch für kleine Gesten der Zuneigung.
(VOL.AT)