Lustenau: Diese Bushaltestelle kämpft um Österreich-Titel
Eine Bushaltestelle aus Lustenau könnte schon bald zur besten des Landes gekürt werden. Die Station "Gasthaus Engel" ist eine von neun Finalistinnen bei der österreichweiten Wahl der Mobilitätsorganisation VCÖ. Bis einschließlich 30. April sind Fahrgäste aufgerufen, ihre Stimme online abzugeben.
Die Initiative "Haltestellen im Fahrgast-Check" will zeigen, wie moderne Infrastruktur im öffentlichen Verkehr aussehen kann und damit Nachahmer finden.
Was die Haltestelle besonders macht
Dass ausgerechnet die Station in Lustenau ins Finale einzieht, kommt nicht von ungefähr. Sie gilt als durchdachtes Beispiel moderner Mobilität: Der Zugang ist barrierefrei und sicher gestaltet, das Umfeld verkehrsberuhigt und als Tempo-30-Zone ausgeführt. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine gute Beleuchtung, während überdachte Bereiche und Sitzgelegenheiten Schutz bei jeder Witterung bieten. Bäume und Überdachungen spenden an heißen Tagen Schatten.
Fahrgäste profitieren zudem von Echtzeit-Abfahrtsmonitoren, und direkt an der Haltestelle stehen rund 50 überdachte Fahrradabstellplätze zur Verfügung. Gestaltet wurde die Anlage von Albrecht-Bereiter-Architekten, mit einem klaren Fokus auf Funktionalität und Aufenthaltsqualität.
Jury und Publikum entscheiden gemeinsam
Insgesamt wurden 27 Haltestellen aus ganz Österreich von Verkehrsverbünden und Unternehmen eingereicht. Eine siebenköpfige Fachjury hat daraus je Bundesland eine Kandidatin ausgewählt.
Nun liegt es an den Fahrgästen, das endgültige Ranking mitzubestimmen. Die Gewinnerin ergibt sich aus der Kombination von Jurybewertung und Online-Voting.
VCÖ fordert mehr Investitionen
"Nichts überzeugt stärker als ein umgesetztes Beispiel aus der Praxis", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. "Wir wollen damit Gemeinden und Städte motivieren, ihren Haltestellen mehr Augenmerk zu schenken."
Gerade angesichts steigender Spritpreise gewinnt der öffentliche Verkehr weiter an Bedeutung. Wer auf Bus und Bahn umsteigt, entlastet nicht nur die Straßen, sondern auch die eigene Geldbörse.
Schenk fordert daher eine österreichweite Modernisierungsoffensive: "Was bei Bahnhöfen vielerorts gelungen ist, ist auch bei den Bushaltestellen notwendig."
Öffis als Teil der Lösung
Neben der Infrastruktur sieht der VCÖ auch Unternehmen in der Pflicht. Betriebe könnten ihre Mitarbeiter etwa durch Öffi-Jobtickets unterstützen und so einen Beitrag zur Verkehrswende leisten.
Ob Lustenau am Ende ganz vorne landet, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Für die Gemeinde wäre es jedenfalls ein sichtbares Zeichen dafür, dass auch vermeintlich kleine Infrastruktur Großes bewirken kann.
(VOL.AT)