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Mängel in Kinder- und Jugendhilfen in Österreich

Prüfbericht der Volksanwaltschaft
Prüfbericht der Volksanwaltschaft ©Canva
Alarmierende Zahlen aus Österreich: Nur ein Bruchteil der Kinder- und Jugendhilfe gilt als wirklich sicher. Besonders betroffen sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Besonders prekär ist die Lage in Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), sagte Volksanwalt Bernhard Achitz (SPÖ) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Ein aktueller Prüfbericht der Volksanwaltschaft zeigt deutliche Defizite in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Österreich. Demnach gelten nur 16 Prozent der stationären Einrichtungen als "sehr sichere Orte", weitere 42 Prozent werden als "sicher" eingestuft.

Die Ergebnisse basieren auf unangekündigten Kontrollen von insgesamt 153 Einrichtungen durch Kommissionen der Volksanwaltschaft.

Besonders kritische Lage bei minderjährigen Flüchtlingen

Von den besuchten Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern oder sonstige Angehörige nach Österreich geflüchtet sind, werden nur neun Prozent als sehr sicher und 32 Prozent als sicher bewertet.

"Dieses Ergebnis zeigt, dass die menschenrechtlichen Garantien nicht vollständig umgesetzt sind", sagte Achitz. Der Nachholbedarf sei groß, es müsse mehr getan werden: "Kinder und Jugendliche, die außerhalb ihrer Familien aufwachsen müssen, haben jeden Schutz und volle Sicherheit verdient."

Prekäre Lage in UMF-Einrichtungen

Ein zentrales Problem liegt laut Volksanwaltschaft in den strukturellen Rahmenbedingungen. Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erhalten pro Kind deutlich weniger finanzielle Mittel als klassische Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Gleichzeitig fehlt es häufig an ausreichender psychiatrischer Versorgung, viele Betroffene müssen lange auf Deutschkurse warten und haben keinen Zugang zu muttersprachlicher Betreuung. Diese Faktoren erschweren sowohl die Integration als auch die Stabilisierung der Jugendlichen erheblich.

Forderung nach einheitlichen Standards

Grundsätzlich ist die Kinder- und Jugendhilfe Ländersache, weshalb in jedem Bundesland andere Regeln gelten. "Es braucht dringend wieder einheitliche Standards, was Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und die Ausbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wohngemeinschaften betrifft", appellierte Achitz an die Politik.

Ziel einer Unterbringung müsse sein, Kinder und Jugendliche mit multiplen psychischen Verletzungen so schnell und so gut wie möglich aufzufangen, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten.

(VOL.AT/APA)

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