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Hollywood-Regisseur Rob Reiner und Ehefrau tot aufgefunden

Rob Reiner wurde tot aufgefunden.
Rob Reiner wurde tot aufgefunden. ©AFP
Der Hollywood-Regisseur Rob Reiner und seine Ehefrau Michele sind tot in ihrem Haus in Los Angeles aufgefunden worden.

Aus Ermittlungskreisen verlautete, beide hätten anscheinend Stichverletzungen erlitten. Ein Familienmitglied werde derzeit von der Polizei befragt. Reiner war dank Filmen wie "Harry und Sally", "Misery", "Stand by Me" und "Eine Frage der Ehre" einer der prominentesten US-Filmemacher seiner Generation.

Die Feuerwehr teilte mit, sie sei am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wegen eines medizinischen Notfalls alarmiert worden und habe in dem Haus einen 78-jährigen Mann und eine 68-jährige Frau leblos aufgefunden. Ermittler der Robbery Homicide Division untersuchten einen "mutmaßlichen Mord" in Reiners Haus, sagte Ermittler Mike Bland. Die Behörden von Los Angeles bestätigten die Identität der Personen, die in dem Haus im noblen Stadtteil Brentwood im Westen der Stadt aufgefunden wurden, noch nicht.

"Harry und Sally" und "Eine Frage der Ehre"

Rob Reiner gehörte seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Regisseuren Hollywoods. Zu seinen Werken zählten unter anderem Klassiker der 1980er- und 1990er-Jahre wie "Eine Frage der Ehre", "Harry und Sally" und "Die Braut des Prinzen". Seine Rolle als Meathead in Norman Lears Fernsehklassiker "All in the Family" aus den 1970er-Jahren machte ihn berühmt und brachte ihm zwei Emmy Awards ein.

Rob Reiner (Mitte), seine Frau Michele Reiner (Rechts) und die gemeinsame Tochter Rony Reiner. ©AFP

Die von ihm mitgegründete Produktionsfirma Castle Rock Entertainment landete eine beeindruckende Reihe von Hits, darunter "Seinfeld" und "Die Verurteilten". Um die Jahrtausendwende ließ der Erfolg deutlich nach, doch Reiner belebte die Firma Anfang dieses Jahrzehnts wieder. Im Herbst dieses Jahres veröffentlichten Reiner und Castle Rock die lang erwartete Fortsetzung der Mockumentary "This is Spinal Tap", "Spinal Tap II: Das Ende geht weiter".

Reiner war von 1971 an zehn Jahre lang mit der Schauspielerin und Filmemacherin Penny Marshall verheiratet. Wie Reiner wurde auch Marshall mit einer Sitcom berühmt, "Laverne & Shirley", und machte später hinter der Kamera Karriere, unter anderem mit "Eine Klasse für sich", "Big" und "Mr. Bill". Bei den Dreharbeiten zu "Harry und Sally" lernte Reiner seine spätere Ehefrau Singer kennen, die er 1989 heiratete. Das Paar hat drei Kinder: Nick, Jake und Romy.

Obama würdigt Leistungen

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama würdigte Reiners Verdienste in Film und Fernsehen. Der Regisseur habe den Amerikanern einige ihrer liebsten Geschichten auf der Leinwand beschert, schrieb er auf der Plattform X. "Doch hinter all den von ihm geschaffenen Geschichten stand ein tiefer Glaube an das Gute im Menschen – und ein lebenslanges Engagement, diesen Glauben in die Tat umzusetzen."

Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, bezeichnete Reiners Tod als einen verheerenden Verlust für die Stadt. "Rob Reiners Wirken ist in der gesamten amerikanischen Kultur und Gesellschaft spürbar, und er hat durch sein kreatives Schaffen und seinen Einsatz für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit unzählige Leben verbessert", teilte Bass mit. Als gefeierter Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor und engagierter politischer Aktivist habe er seine Talente stets in den Dienst anderer gestellt.

In einem Interview mit Seth Rogen in diesem Jahr deutete Reiner an, dass sich seine gesamte Karriere im Grunde auf eines reduzieren ließe. "Ich habe mich immer nur gefragt: ‚Ist das etwas, das zu mir passt?‘ Bei ‚Stand by Me‘ wusste ich nicht, ob der Film erfolgreich werden würde oder nicht. Ich dachte nur: ‚Ich mag das, weil ich weiß, wie sich das anfühlt.‘"

(APA/DPA)

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