Mega-Schlag gegen organisierte Kriminalität: Interpol schnappt 85 Top-Verbrecher
Eine koordinierte Großaktion unter der Leitung von Interpol hat weltweit für Aufsehen gesorgt: 85 besonders gefährliche internationale Flüchtige wurden im Zeitraum Juni bis November 2025 festgenommen. Die Operation fand in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden aus 17 Ländern statt – darunter Staaten in Europa, Lateinamerika und der Karibik.
Morde, Kindesmissbrauch, Drogen – harte Vorwürfe
Zu den Verhafteten gehören laut Interpol 19 Personen, die wegen Mordes gesucht wurden, 29 wegen Drogenhandels, 28 wegen Straftaten gegen Kinder und sieben wegen Vergewaltigung. Weitere Fälle betreffen mutmaßliche Menschenhändler, Geldwäscher und Mitglieder internationaler Bandenstrukturen.
Darüber hinaus wurden 18 weitere Verdächtige lokalisiert, deren Festnahme kurz bevorstehen dürfte.
150 Millionen US-Dollar: Krypto-Betrug durch mutmaßliche Bandenfrau
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Fall einer Frau, die in Spanien festgenommen wurde. Sie zählt laut Interpol zu den meistgesuchten Personen Chiles. Ihr wird vorgeworfen, rund 150 Millionen US-Dollar durch betrügerische Krypto-Geschäfte gewaschen zu haben – mutmaßlich im Auftrag der kriminellen Organisation Tren de Aragua. Die Gelder stammten offenbar aus Drogenhandel und Erpressung in Chile, Kolumbien, Venezuela sowie auf der Iberischen Halbinsel.
Portugal, VAE, Kolumbien – Schläge gegen internationale Kartelle
In Portugal gelang die Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der brasilianischen Organisation Primeiro Comando da Capital (PCC). Diese Bande gilt als eine der größten kriminellen Vereinigungen Südamerikas. Laut Interpol wurde dadurch ein bedeutender Kokain-Schmuggelkorridor zwischen São Paulo und Europa unterbrochen.
Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es zu einer spektakulären Festnahme: Ein Albaner soll Kokainlieferungen aus Ecuador über getarnte Bananenexporte organisiert haben.
EU-Projekt gegen globale Kriminalität
Die Aktion war Teil eines EU-finanzierten Projekts zur internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen länderübergreifende organisierte Kriminalität. Interpol unterstützte die Behörden mit Cybercrime-Analysen, sicherer Kommunikation und forensischem Know-how.
Ziel sei es laut der Organisation, ein dauerhaftes globales Netzwerk zur Flüchtigenfahndung zu etablieren und in Echtzeit Informationen zu priorisierten Fällen auszutauschen – insgesamt wurden 184 besonders heikle Fälle bearbeitet.
(APA/VOL.AT)